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| 02:32 Uhr

"Kleine Lichter" im Stadtschloss-Foyer

Ausstellungsbesucher Heiko Hohmann (Bildmitte) im Gespräch mit dem Künstler Bernhard Gowinkowski (2.v.l.) und Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos).
Ausstellungsbesucher Heiko Hohmann (Bildmitte) im Gespräch mit dem Künstler Bernhard Gowinkowski (2.v.l.) und Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). FOTO: Peter Becker/peb1
Vetschau. Lange Jahre war Bernhard Gowinkowski Bühnenbildner im Berliner Friedrichstadtpalast. Eine Erkrankung führte zur Erwerbsunfähigkeit. Peter Becker/peb1

Jetzt malt er wieder und stellt im Foyer des Stadtschlosses aus.

Erst nach einer langen Genesungsphase fand der Künstler zu seiner alten Leidenschaft, dem Malen, zurück. Inspiriert durch sein Lebensumfeld nördlich des Spreewaldes, ist es besonders diese Landschaft, die ihn fasziniert. Seine Werke, fast alle der expressiven Malerei zuordenbar, zeigen minimalistisch das Wesentliche. "Mich fasziniert das Licht, es war schon immer da, ist immer da und wird auch in Zukunft sein - ohne Licht kein Leben", so das Credo des 1952 in Löbau geborenen Künstlers.

Manchmal sind seine Gemälde nur auf einen Lichtpunkt und eine Person fokussiert, manchmal ist es eine Fülle von Licht, die das eigentliche Motiv eher unwichtig erscheinen lässt, wie etwa den Menschen.

Besucher, Hobbyfotograf und Leiter des Vetschauer Fotozirkels Heiko Hohmann brachte diese Art zu malen auf einen Punkt: "Der Künstler kann seinen Ideen freien Lauf lassen, sich die Welt schön malen. Ein Fotograf dagegen muss möglichst realistisch, aber dennoch schön, seine Umwelt darstellen", so Hohmann.

Sabine Fiedler kam aus Staakmühle zur Ausstellungseröffnung: "Ich will mal sehen, wie der Künstler mein Wohnzimmer gemalt hat, dass er bei einem Besuch so inspirativ fand. Ich erkenne es im Detail wieder, wundere mich aber, wo er derart viel Licht gesehen hat - in meinen Augen ein vollendetes Kunstwerk." Auf die Idee, eine Ausstellung in Vetschau zu machen, brachte Bernhard Gowinkowski eine alte Schulfreundin: Die Vetschauerin Jutta Scheibner war über Facebook auf ihn gestoßen. Von der Malerei ihres Schulfreundes war sie so begeistert, dass sie ihm eine Ausstellung im Stadtschloss vorschlug. Im Foyer ist die Ausstellung "Kleine Lichter" bis zum 30. Juni 2016 zu sehen.

In der expressiven Malerei ist nichts vorgegeben. Die Künstler legen nichts fest, sie lassen sich von ihrer Spontaneität und von ihren Emotionen leiten. Somit halten sie in den Werken persönlichen Empfindungen fest.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es den Expressionismus als eigene Stilrichtung, damals wurde er als Gegenstil zum Naturalismus entwickelt.