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| 02:34 Uhr

"Klare Spree" will schneller an Quellen des Eisenübels

Blick auf die Spree in Spremberg.
Blick auf die Spree in Spremberg. FOTO: René Wappler
Lübbenau/Burg. Das Aktionsbündnis "Klare Spree" drängt weiter auf dauerhaften Lösungen gegen die Eisenfracht im Fluss, die vor dem Spreewald abgefangen werden muss. Zwei Burger warten jetzt in diesem Zusammenhang mit einer ungewöhnlichen Idee zur Talsperre Spremberg auf. Jan Gloßmann /

Das Aktionsbündnis "Klare Spree" unterstützt die Forderung nach einem gemeinsamen Wasserverband für die Lausitz. Dieser könne die Probleme mit der Verockerung der Spree vor und in Spremberg länderübergreifend lösen. Auch der von der Brandenburger Landesregierung eingesetzte Koordinator für die Fragen rund um die Eisenfracht, Dr. Klaus Freytag, sprach sich während eines Treffens des Aktionsbündnisses in Burg für einen "landerübergreifenden Wasserverband" aus. "Das wäre dann der Koordinator mit einem klaren gesetzlichen Auftrag." Der Chef des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe verwies darauf, dass es seitens des Landes Brandenburg mehrere Vorstöße bei den sächsischen Behörden gegeben habe, um zügiger an der Lösung der Probleme zu arbeiten.

Arbeit mit Sachsen angemahnt

Mehrere Bündnis-Vertreter hatten ihrerseits das Zögern der Nachbarn bemängelt. Die Suche nach Alternativen führte die Burger Manfred Neumann und Edelbert Jakubik zu dem Vorschlag, gegebenenfalls die Talsperre Spremberg von der sächsischen Landes-Talsperren-Verwaltung betreiben zu lassen. Sachsen habe mehr als 300 solcher Sperren, Brandenburg nur die eine - diese aber ist durch die hindurchfließende Spree mit Eisenocker belastet und dient in weiten Teilen als Absetzbecken.

Hinzu kommen in der zweiten Jahreshälfte dringende Sanierungsarbeiten an Teilen der Sperrmauer, für die der Wasserstand abgesenkt werden muss. Während Umweltschützer befürchten, dass dadurch mehr Eisenfracht durch den Fluss in Richtung Spreewald gelangt, wollen die Behörden sichern, dass die derzeitigen Werte auch während der Sanierung eingehalten werden.

Den Vorstoß des Bündnisses, die Prozesse durch einen wissenschaftlichen Beirat begleiten zu lassen, stoßen bei Koordinator Freytag nicht auf bedingungslose Gegenliebe. Der Bergbausanierer LMBV habe einen solchen Beirat. Allerdings, so kritisiert der Vetschauer Winfried Böhmer, basieren alle Daten und Erkenntnisse auf den Untersuchungen des Dresdner Büros von Dr. Uhlmann. Bündnis-Sprecher Peter Stephan: "Wir brauchen ein unabhängiges Gremium, das Empfehlungen aussprechen kann." Ein Beirat könne ein breiteres Meinungsbild sichern.

Freytag will die Arbeit lieber in kleineren, "gebietsbezogenen Gruppen" fortführen, so für das Greifenhainer Fließ, das Vetschauer Mühlenfließ, die Wudritz und künftig auch die Berste. Eine ähnliche Organisationsstruktur sei auch für den Raum Spremberg nötig. In den Gruppen sollen Hinweise gesammelt, Standpunkte ausgetauscht, Verfahren erörtert und abgesprochen werden. Daraus sollen langfristig wirksame Vorhaben werden, die über die derzeit laufenden Sofortmaßnahmen hinausgehen.

Zu Letzteren wiederum zählt ein Pumpeinsatz ab Mitte Mai am Eichower Fließ. Von dort soll das belastete Wasser in die Grubenwasser in die Reinigungsanlage am ehemaligen Kraftwerk Vetschau geleitet werden. Die Becken werden derzeit vorbereitet. Parallel soll es weiteren Untersuchungen geben. Winfried Böhmer vom Aktionsbündnis forderte die Behörden erneut auf, sich stärker als bisher den Quellen des Eisenockers zu widmen und dort anzusetzen. Zugleich äußerte Böhmer Skepsis, dass das Neue Vetschauer Mühlenfließ nicht wie vorgesehen bis Ende März beräumt ist. Ohne die Arbeiten in dem etwa 2,3 Kilometer langen Abschnitt drohe das belastete Wasser jedoch an der Grubenwasser-Reinigungsanlage nahe Vetschau vorbeizufließen.

Sprecher Peter Stephan betonte, man sei es den mehr als 850 Unterstützern des Bündnisses schuldig, weiter intensiv an Lösungen für eine "klare Spree" zu arbeiten.

Verein entscheidet über Zukunft

Der gleichnamige Verein will am morgigen Donnerstag erneut über seine Zukunft beraten. Eine bereits zweimal vertagte Mitgliederversammlung soll dann in Vetschau entweder einen neuen Vorstand wählen oder die Auflösung des Vereins einleiten. Der bisherige Vorstand hatte sich nach internen Querelen um Ausrichtung und Schwerpunkt der Vereinsarbeit zum Jahreswechsel zurückgezogen. Die Arbeit des Aktionsbündnisses, so Peter Stephan, werde unabhängig von der Vereinszukunft in jedem Fall fortgesetzt.