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Klärungsbedarf bei Kläranlagenbau

Monika Meyer fühlt sich unfair behandelt. 40 Meter hinter dem Grundstück der Familie mündet der Bürgermeisterkanal in einen offenen Graben. Seit Jahrzehnten nimmt der Graben Regenwasser sowie geklärtes Schmutzwasser aus Privathaushalten auf. Nach dem Einbau einer vollbiologischen Kleinkläranlage wird den Meyers das zukünftig nicht mehr gestattet.
Monika Meyer fühlt sich unfair behandelt. 40 Meter hinter dem Grundstück der Familie mündet der Bürgermeisterkanal in einen offenen Graben. Seit Jahrzehnten nimmt der Graben Regenwasser sowie geklärtes Schmutzwasser aus Privathaushalten auf. Nach dem Einbau einer vollbiologischen Kleinkläranlage wird den Meyers das zukünftig nicht mehr gestattet. FOTO: uhd1
Saadow/Altdöbern. Monika und Hartmut Meyer sind verärgert. Wie viele private Haushalte im Landkreis sieht sich die Familie aus Saadow (Gemeinde Bronkow) in der Pflicht, auf dem Grundstück eine neue Kleinkläranlege zu errichten. Uwe Hegewald / uhd1

"Dafür haben wir auch Verständnis", so die Meyers, die sich für eine biologische Kleinkläranlage entschieden haben.

Bisher leistet eine Dreikammer-Kläranlage ihren Dienst, die laut Vorschrift jährlich entschlammt wird und dessen Oberflächenwasser in einen Kanal fließt, den Dorfbewohner kurz "Bürgermeisterkanal" nennen. "Unser biologisch gereinigtes Wasser, das nahezu Trinkwasserqualität aufweist, wollten wir weiterhin in den Kanal leiten. Dieses Vorhaben wurde uns jedoch von den Behörden untersagt", beklagt Monika Meyer.

Betreiber des Kanals sei die Gemeinde Bronkow, vertreten durch das Amt Altdöbern. Eine wasserrechtliche Erlaubnis wäre demnach der Gemeinde Bronkow zu erteilen. "Bei der von ihnen beantragten Einleitung des gereinigten, häuslichen Schmutzwassers in den Bürgermeisterkanal erfolgt ihrerseits keine direkte Gewässerbenutzung", heißt es in einem Schreiben der Unteren Wasserbehörde. Und weiter: " . . . Sicherlich sei die Ermittlung von Art, Umfang, und Zweck der Gewässerbenutzung realisierbar, jedoch kann die Gemeinde nicht mit der Überwachung/Beprobung des Abwassers der auf den Privatgrundstücken betriebenen Kleinkläranlagen beauftragt werden."

Eine vertraglich vorgeschriebene, regelmäßige Beprobung erfolge jedoch laut Wartungsvertrag über die Firma, die unsere Anlage installiert und betreut, hält Monika Meyer dagegen. Für die Familie nicht nachvollziehbar: Inzwischen gibt es zwei Familien in der Straße, denen die Zusage zum Einleiten von gereinigtem Wasser aus biologischen Anlagen genehmigt wurde. Wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Den Meyers geht es nicht darum Unfrieden unter den Dorfbewohnern zu stiften: "Die Leute haben auf ihren Grundstücken entsprechende Anlagen errichtet und leiten unbedenkliches Wasser in den Kanal, wie wir es eigentlich auch vorhaben."

Sollten die Behörden nicht doch noch einlenken, sieht sich die Familie dazu gezwungen, neben der biologischen Kleinkläranlage ein zusätzliches Hochbeet (Versickerungsanlage) zu errichten, um das geklärte Wasser aufzufangen. Dafür müsste die Saadower Familie einen erheblichen Teil ihres Hofes opfern und zusätzliche Investitionen leisten. Der Saadower Bürgermeisterkanal bleibe jedoch in Funktion, um Regenwasser sowie geklärtes Wasser der besagten Grundstücke abzuleiten. Der Kanal mündet rund 40 Meter hinter dem Anwesen der Familie Meyer in einen offenen Graben.

Amtsdirektor Detlef Höhl verweist auf die enge Zusammenarbeit mit dem Amt für Umwelt und Bauaufsicht - Untere Wasserbehörde. "Wir machen nichts willkürlich", betont er. Zudem wisse er nur von einem Anrainer, der mit Genehmigung der Kreisbehörde gereinigtes Abwasser in den Bürgermeisterkanal leitet.