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Kittlitzer unter sich: Bürger-Runde zum Flüchtlingsheim am 5. Mai

Lübbenau. In Kittlitz, und nur für Kittlitzer: Im Lübbenauer Ortsteil wird es am 5. Mai eine Informationsveranstaltung zum geplanten Flüchtlingsheim geben. Jan Gloßmann

Das kündigten Ortsvorsteher Volkmar Schloßhauer und OSL-Landrat Siegurd Heinze am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Lübbenau an.

Beginn der internen Veranstaltung ist um 18 Uhr in der Förderschule, in die ab Jahresende etwa 130 Flüchtlinge einziehen sollen. Gäste sind nicht zugelassen, auch die Medien bleiben draußen.

Es wird wohl ein Abend zum "Dampf ablassen", sagt Schloßhauer, "und das ohne, dass jedes Wort am nächsten Tag durch die Medien geht". Ein solches Gespräch war den Kittlitzern bereits bei der großen öffentlichen Runde im März zugesichert worden, betonte Landrat Heinze.

Dass dort nochmals Dampf abgelassen und heftig diskutiert werden wird, ist anzunehmen. Denn Heinze machte am Mittwoch nochmals deutlich, dass der Landkreis nicht nur am Standort im 137 Einwohner zählenden Gemeindeteil (der gesamte Ortsteil hat 371 Einwohner) festhalten werde, sondern auch an der Zahl der für das Heim geplanten Plätze. Das ergebe sich aus der absehbaren Zuweisung durch das Land. Der Landkreis rechnet mit 450 Personen in diesem Jahr.

Laut Konzept sollen bis zu 130 Menschen nach Kittlitz kommen. "Wir brauchen die großen Objekte, wir wollen keine Zeltstädte im Kreis aufbauen", so Heinze. Mit den Kittlitzern direkt und mit der Stadt Lübbenau werde in den nächsten Monaten geklärt, wie Betrieb und Betreuung des Heimes mit Sozialarbeitern, Hausmeister und Wachschutz aussehen werden, welche Busverbindungen nötig sind. Heinze: "Wir gehen davon aus, dass es einen Bezug zur Stadt Lübbenau geben wird." Das bedeute, dass Einkauf, Arztbesuch oder Behördengänge in Lübbenau absolviert werden sollen. Vorbild ist das Heim in Sedlitz.

Nach einem Besuch dort sprach Ortsbeirat Ronny Noack am Mittwoch mit Blick auf Kittlitz von einer gewissen Erleichterung. "Die Kittlitzer brauchen keine Angst zu haben, dass sie ständig belästigt werden." Der Ortsbeirat bekräftigte gleichzeitig die Kritik, dass 130 Flüchtlinge zu viel seien für Kittlitz.

Zwei Tage nach dem Gespräch in Kittlitz soll der Kreistag die ersten Mittel freigeben, um den Umbau der Förderschule planen zu können. Voraussichtlich im Sommer soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Das Land ist früheren Angaben zufolge mit knapp 300 000 Euro an den Baukosten beteiligt.

In Lübbenau laufen derweil interne Vorbereitungen, wie Flüchtlinge in der Stadt integriert werden können. Helfen sollen unteren anderem Feuerwehr, Vereine und Initiativen. In der Neustadt, im heutigen OSZ-Gebäude, soll ab 2016 ein dauerhaft nutzbares Flüchtlingsheim eingerichtet werden.