Seit über einem Jahr gehen die Radduscher Kita-Kinder an den Schwarzen Berg, um dort ihre Naturerlebnisse zu haben. „Die Kinder sind einen ganzen Tag lang in der freien Natur und können diese für sich allein erschließen und so ihre ganz eigenen Erlebnisse haben. Dank der Lottomittel konnten wir uns auch einige Geräte anschaffen wie Becherlupen und auch einen Bollerwagen. Was uns bisher fehlte, war ein sicherer Unterschlupf an Regentagen und auch eine Aufbewahrungsmöglichkeit für die Gerätschaften", so die Leiterin Michaela Murrer. Jetzt steht ihnen ein von Christian Schandog überlassener ehemaliger Bauwagen zur Verfügung. Dieser wurde mit viel Liebe und jeder Menge Arbeitsstunden fast wieder wie neu hergerichtet. Ohne die uneigennützige Hilfe von Bernd Klinkmüller, Udo Saaro, Detlef Krüger, Henry Liebmann und Olaf Müller wäre es nicht zu diesem „Waldhotel Kuckuck" gekommen, wie es die Kinder inzwischen nennen. Die äußere Farbgebung des Wagens, der nun keiner mehr ist, da er aufgebockt wurde, übernahm der Hobbymaler Adel Shiri. Mit liebevoll gemalten Tier- und Landschaftsmotiven gelang ihm fast ein Bilderbuch, denn die Kinder umrundeten am Eröffnungstag den Wagen und erfreuten sich an den schönen Motiven.

Lea Müller und Lea Noack zerschnitten mit tatkräftiger Unterstützung von Ortsvorsteher Ulrich Lagemann und Michaela Murrer das Band an der Treppe. Damit kann der Wagen genutzt werden. Lea Noack (5) betrat als eines der ersten Kinder den liebevoll mit Kerzen ausgeleuchteten Wagen. „Ich bin gleich zur Keksdose gegangen und habe dann ein Bild gemalt", berichtete sie von ihrem ersten Erlebnis in der neuen Unterkunft mit ihren 20 Sitzplätzen. „Ausrangierte Tische und Stühle der Vetschauer Oberschule erlauben uns, im Wagen auch Experimente zu machen. Anhand von Plakaten im Bauwagen können die Kinder ihre Enteckungen mit den Abbildungen vergleichen. So erfahren sie, wie die Tiere und Pflanzen heißen, die sie bei der Wanderung aufgespürt haben“, erzählt Michaela Murrer. Spielzeug gebe es dort nicht, denn „wir sind ja ein Waldkindergarten. Sonst könnten wir gleich in der Kita bleiben“, so die Leiterin. Einmal in jeder Woche, und das von Januar bis Dezember, verbringen die Kinder einen Tag in Wald und Flur. „Das ist durchaus auch bei Schnee möglich, wenn alle schön warm angezogen sind“, weiß Michaela Murrer aus Erfahrung.

„Ohne die großzügige Hilfe durch die Eltern und auch der Ämter sowie des Radduscher Ortsbeirates wäre so etwas wie das Waldhotel nicht gelungen", ist sich Susen Müller, Vorsitzende des Fördervereins Kita „Marjana Domaskojc“ Raddusch, sicher.