Das Dach ist dicht, die Risse sind beseitigt, der ist Turm stabil, der Putz teilweise erneuert, zählt Carola Grassmann auf, was an der Außenhülle der Goßmarer Kirche passiert ist. Das Gotteshaus im Ortskern aus dem Jahre 1500 bedurfte dringend einer Renovierung. Das Dach, das schon zu DDR-Zeiten neu gedeckt worden war, musste vor zwei Jahren nochmals erneuert werden. Die Balkenköpfe waren durchgefault. Auch die diesjährigen Sanierungsarbeiten seien so gut wie abgeschlossen. „Die vier letzten Fenster kommen rein, sobald der Kitt trocken ist“ , sagt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Regelmäßig war Carola Grassmann in den vergangenen Wochen auf der „Baustelle“ , um die Arbeiten in Augenschein zu nehmen. Der Putz war in Schollen von den Wänden gefallen, erinnert sie sich. Beeindruckt ist sie noch heute von der Arbeit der Restauratorinnen. „Die haben auch herausgefunden, wie vor zig Jahren der Putz zusammengesetzt worden war“ , sagt sie mit Hochachtung. Das Baugeschäft Werner aus Luckau habe es gut verstanden, den Putz auszubessern und sogar die feinen Ritzungen wie im Original wieder herzustellen.
Dass bei den Sanierungsarbeiten auch ein kleines Fenster unmittelbar neben dem Anbau wieder sichtbar wurde, sei ein weiterer Grund zur Freude. „Wir haben einen Stein aus dem Jahr 1827 gefunden“ , so Grassmann weiter. Das müsse der Zeitpunkt gewesen sein, als das damalige Fenster mit einer Mauer verschlossen worden war.
Neben Geldern vom Kulturministerium, der Landeskirche und des Kirchenkreises Lübben haben die Goßmarer mehr als 10 000 Euro Eigenmittel für ihre Kirche aufgebracht. Das jahrelange Sparen habe sich gelohnt, so die Katechetin. Weiteres Geld sei aber dringend nötig, weil zwar die Außenhülle des Gotteshauses jetzt in Ordnung sei, aber im Inneren noch einiges zu leisten wäre. So sei beispielsweise die Decke noch sanierungsbedürftig. Gut vorstellen könnte sie sich auch, „farblich innen etwas zu machen“ . Dazu müssten aber aufwändige Untersuchungen gestartet werden, um die alten Malereien freizulegen. Das seien aber wirklich Zukunftsträume, gesteht sie ein.
„Vor allem brauchen wir Geld für die Sanierung unserer Orgel“ , sagt sie. Die sei keine Kirchenorgel im eigentliche Sinne - die größte der Pfeifen stünde nicht in der Mitte, sondern links. Der vermutliche Orgelbauer Claunigk aus Sonnewalde habe sie wahrscheinlich für ein Gutshaus oder ein Schloss hergestellt, erklärt sie. Nur drei der sechs Register seien bespielbar. Der Wunsch der Gemeinde ist es, die Prospektpfeifen wieder in den Originalzustand zu versetzen, den Zibelstern drehbar zu machen, damit die wahrscheinlich älteste Orgel der Luckauer Niederlausitz wieder bespielbar werde. Gut 1000 Euro seien im vergangenen Jahr über die Aktion „Mixtur in Bass“ aus einem Konzerterlös geflossen, sagt Grassmann. Weitere 3000 Euro seien gesammelt worden. Ein Benefizkonzert am 18. November solle ebenfalls Geld bringen. „Wir haben noch ein gutes Stück Weg vor uns“ , sagt sie weiter. Kostenschätzungen zufolge könnte die Sanierung der Orgel zwischen 33 000 und 56 000 Euro kosten.

Zum Thema Benefizkonzert
In der Luckauer Loge ist am Sonnabend, dem 18. November, um 19.30 Uhr ein Klavierkonzert zu erleben. Die Klaviervirtuosen Veronika und Wolfgang Glemser aus Cottbus spielen Werke von Mozart, Chopin, Grieg und Rachmaninow. Das Benefizkonzert der beiden Künstler dient der Restaurierung der Orgel in der Goßmarer Dorfkirche.