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Kinder, Kinder – Calau in Nöten

Spielen im Freien macht den Mädchen und Jungen der Naturkita "Sonnenblume" in Werchow Spaß. 40 Kinder werden dort betreut. Neun von ihnen besuchten gestern einen 70-Jährigen im Ort und gratulierten ihm mit einem kleinen Geschenk zum runden Geburtstag.
Spielen im Freien macht den Mädchen und Jungen der Naturkita "Sonnenblume" in Werchow Spaß. 40 Kinder werden dort betreut. Neun von ihnen besuchten gestern einen 70-Jährigen im Ort und gratulierten ihm mit einem kleinen Geschenk zum runden Geburtstag. FOTO: H. Kuschy
Calau. Die vier Kitas in Calau und den Ortsteilen Werchow, Saßleben und Zinnitz können sich vor Kindern kaum retten. Entgegen früherer Befürchtungen musste keine Kita geschlossen werden – im Gegenteil. Hannelore Kuschy

Nicht ausgeschlossen sei, so Bürgermeister Werner Suchner (parteilos), dass in Calau irgendwann sogar ein Kita-Neubau fällig werde.

Noch aber kann sich die Stadt anders helfen. Nachdem die Kapazität der Kita "Kunterbunt" in den zurückliegenden Jahren mehrmals erhöht wurde, bringen selbst die aktuell 230 genehmigten Plätze nicht wirklich Entlastung. Ein Grund dafür ist, dass Kinder bis zwei Jahre ebenerdig unterzubringen sind. So ist im Februar bereits die Außenstelle der Kita "Kunterbunt" im Haus der Begegnungen mit 20 Plätzen eröffnet worden. Jetzt fehlen weitere 36 Kita-Plätze, die in der ehemaligen Krippe Straße der Jugend eingerichtet werden sollen. Die Aufträge dafür sollen noch in diesem Jahr ausgelöst werden. Deshalb haben sich die Stadtverordneten bei einer Sondersitzung schon mal mit dem Entwurf der Kita-Bedarfsplanung für die Jahre 2017 bis 2020 vertraut gemacht und werden ihn in den Fachausschüssen diskutieren. Mit dem Ziel, den Nachtragshaushalt 2017 im kommenden Monat zu beschließen, verwiesen sie auf Antrag von Norwin Märkisch (CDU) auch dieses Papier in die Ausschüsse. Denn ohne den Beschluss können die Aufträge für den Bau der Kita-Plätze nicht ausgelöst werden. Sputen ist angesagt, denn bis Mitte 2018 liegen Anmeldungen für Kita-Plätze in Calau vor, die alle heutigen Kapazitäten übersteigen.

Calau also freut sich über seinen Kindersegen, für den nach Ansicht von Hauptamtsleiterin Beate Matzke nicht allein sich liebende Eltern der Grund sind. So entwickle sich die Arbeitslosenquote positiv und Eltern würden ihren Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz wahrnehmen. Intensiv werbe zudem die Wohn- und Baugesellschaft WBC als städtische Tochter mit lukrativen Angeboten um Zuzügler, die auch Kinder mitbringen oder bekommen würden. Das habe sich mit 18 Familien bereits 2016 deutlich ausgewirkt.

"Wenn die Tochter richtig aktiv ist, muss die Mutter noch schneller sein", formulierte Norwin Märkisch seine Forderung an die Stadt, kontinuierlich Vorlauf zu schaffen, damit die Abgeordneten vernünftige Entscheidungen treffen können. Eine nächste könne schon die zur Sanierung der Kita Saßleben sein, sagte André Bareinz (SPD). Denn die sei längst fällig. Wegen der baulichen Beschaffenheit können dort nur Kinder zwischen zwei und sechs Jahren aufgenommen werden. Derzeit werden dort 16 Knirpse betreut. Seit Jahren ist auch die Werchower Naturkita "Sonnenblume" mit 40 Kindern voll ausgelastet. Seit Januar 2014 stößt ebenfalls die Zinnitzer "Rasselbande" mit 28 Kindern an ihre Aufnahme-Grenze. Durch die Verbesserung des Betreuungsschlüssels und die steigenden Kinderzahlen stieg die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher von 44 im Jahr 2010 auf aktuell 62. Laut Kita-Bedarfsplanung muss sich die Stadt bis spätestens 2020 außerdem etwas einfallen lassen, wie auch der Hort I im Carl-Anwandter-Haus räumlich entlastet werden kann. Noch bis 2021 genehmigte das Landesjugendamt eine Kapazität von 244 Plätzen.