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| 15:36 Uhr

Lehrreich und unterhaltsam
Kinder entdecken Storchenzentrum

Winfried Böhmer vom Nabu Calau freute sich über das rege Interesse besonders der jungen Tour-Teilnehmer.
Winfried Böhmer vom Nabu Calau freute sich über das rege Interesse besonders der jungen Tour-Teilnehmer. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Vetschau. Die dritte RUNDSCHAU-Sommertour in Vetschau hatte besonders viele junge Teilnehmer.

So hoch ist der Anteil an Kindern bei einer RUNDSCHAU-Sommertour selten gewesen. Storch, Hornisse und Co. scheinen auf sie besondere Anziehungskraft auszuüben. Worüber sich Gabriele Kühnel, Winfried Böhmer, Bernd Elsner, Jürgen Jentsch und Manfred Lehmann vom Storchenzentrum in Vetschau freuten. Nur zu gern zeigten und erklärten die Naturfreunde vom Nabu Calau, was es auf dem hübschen Grundstück mit dem alten Häuschen in der Drebkauer Straße in Vetschau so alles anzusehen und auch anzufassen gibt.

Rundschau Sommertour 4c
Rundschau Sommertour 4c FOTO: LR / Schubert, Sebastian

Nämlich nicht wenig. Auffälligstes Exponat in der ständigen Ausstellung ist zweifellos das Storchennest mit einer kompletten, präparierten Storchenfamilie. Doch auch Otter, Biber, Waschbär, Marderhund und Mink machen viel her. Jessica (10) und Justin (12) zeigten sich fasziniert von einem seltsamen, runden Gebilde von beträchtlicher Größe. Ein Hornissennest wird gebaut aus Holz und viel Speichel, erklärte Nabu-Vorsitzender Jürgen Jentsch und ermutigte zum Anfassen.

So groß kann ein Hornissennest sein. Jessica (10) und Justin (12) dürfen es sogar mal anfassen.
So groß kann ein Hornissennest sein. Jessica (10) und Justin (12) dürfen es sogar mal anfassen. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Die Gefahren inbesondere für Störche und Raubvögel durch Hochspannungsleitungen erklärte Manfred Lehmann. Freilich auch, was man heute dagegen tun kann. Schreckliche Fotos mit vielen toten Adebaren neben den Masten blieben den jungen Besuchern nicht erspart. Diese Besucher-Station fand der sechsjährige Henry am spannendsten, wie Oma Martina Albrecht aus Calau feststellen durfte.

Gabriele Kühnel zeigte den Kindern die Flugrouten der Störche und erzählte, welchen Gefahren die Tiere dabei ausgesetzt sind.
Gabriele Kühnel zeigte den Kindern die Flugrouten der Störche und erzählte, welchen Gefahren die Tiere dabei ausgesetzt sind. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Gefährlich freilich sind für die Störche auch ihre langen Flugreisen, wie Gabriele Kühnel anschaulich vor einer Karte erzählte. Wobei die Tiere viel Klugheit an den Tag legen. Das weiß man, seit einige von ihnen mit Sendern ausgestattet wurden. Storch Michael zum Beispiel bekam schnell mit, dass ihm der Flug über noch schneebedeckte Karpaten nicht gut bekommen würde. Also wartete er in Bulgarien die Kälteperiode ab und flog dann erst weiter. Gabriele Kühnel zeigte den Kindern die Abbildung eines Storchs, der trotz eines Pfeils im Hals weiter fliegen konnte. Dieser Pfeil war damals klarer Beleg dafür, dass Störche bis tief nach Afrika fliegen. Schöner anzusehen war zweifellos der Film mit der immer gleichen Einstellung. Die Kinder blickten in ein Storchennest in Vetschau, in dem 2014 drei Jungen geschlüpft sind. Aufopferungsvoll wurden sie von den Elterntieren gefüttert und behütet.

Durch die ständige Storchen-Ausstellung führte Winfried Böhmer. Wie ein Storch in der Region lebt, wie und wo er seinen Nachwuchs aufzieht, welche tierische Nachbarn er so hat – darüber wissen die Teilnehmer der Sommertour nun mehr als vorher. Was auch Besucherin Martina Albrecht bestätigte. Sie beeindruckte allerdings am meisten, was für eine wichtige Arbeit im Storchenzentrum von den Nabu-Mitstreitern mit begrenzten Mitteln geleistet werden kann. Es werde ja nicht nur anschaulich informiert und aufgeklärt. Auch auf Naturschutzprobleme weise der Nabu-Regionalverband hin und helfe beim Bau von Nistplätzen für Störche oder bei der Bergung und Versorgung von Jungstörchen, wenn ein Elterntier verstorben ist.

Die Beiträge der 250 Mitglieder, sagte der Vorsitzende Jürgen Jentsch, seien Haupteinnahmequelle. Neben Haus und Grundstück gehörten dem Nabu Calau mittlerweile auch 250 Hektar Fläche, auf denen praktischer Naturschutz geleistet werde. Das Zentrum gebe es nun schon 25 Jahre.