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| 01:03 Uhr

Kein Konzept – keine Sanitär-Sanierung?

Vetschau.. Mit der Bemerkung, von der Kita „Sonnenkäfer“ läge kein schlüssiges Konzept vor, hatte Vetschaus Bürgermeister Axel Müller begründet, warum die sanitären Anlagen, die noch aus den sechziger Jahren stammen, hier vorerst nicht saniert würden. Der parteilose Stadtverordnete Ronald Hauck (in der PDS-Fraktion) hatte daraufhin im Hauptausschuss einen Wälzer vorgelegt, der die Kita als Einrichtung für die naturverbundene Erziehung charakterisiere, so Hauck. Er verstehe nicht, warum die dringend nötige Sanierung von Sanitäranlagen von einem pädagogischen Konzept abhängig gemacht werden soll, obwohl dieses in der Kita vorhanden sei. Die im Investitionsprogramm der Stadt geplanten 100 000 Euro für die Kita sind mit einem Sperrvermerk versehen. Von Hannelore Kuschy

Enttäuscht zeigten sich gestern Eltern und Fördervereinsmitglieder der Vetschauer Kita „Sonnenkäfer“ darüber, dass in diesem Jahr in der Einrichtung wieder nichts mit der Sanierung, wenigstens der Toiletten und Waschbecken, für die Kleinen werden soll. Die stammen noch aus tiefsten DDR-Zeiten, aus den sechziger Jahren. Abwasserleitungen müssen immer wieder repariert werden. Das Krippengebäude ist ganz und gar bedürftig. Die Toiletten, die auch von den Ältesten der Witajgruppe benutzt werden, sind zu klein und ohne Schamwände, um nur wenige Beispiele zu nennen.
Ronald Hauck war im vergangenen Jahr Mitbegründer des Förderveins der Kita, dem heute weit über 20 Mitglieder angehören. Er sei für die Vielfalt auch in der Kita-Landschaft und könne sich die Einstellung der Stadt nicht erklären. „Soll doch die Stadt ehrlich zu Mitarbeitern und Eltern sein, die schon so viel für diese Kita getan haben.“ Zum Arbeitseinsatz im April wolle der Förderverein das Geld zusammen haben, um der Kita eine Hangrutsche zu kaufen. Dafür hätten die Eltern u. a. zu Halloween und auf dem Weihnachtsmarkt Geld eingenommen. Eine projektbezogene Spendenaktion solle jetzt folgen, so Hauck. Grit Arlt aus Suschow gehört zu den Eltern, die ihren Janik und nun auch den kleinen Clemens gern in diese Einrichtung bringen: „Die Kinder sind sich nicht selbst überlassen - wie zu Hause - und werden von engagierten Erzieherinnen betreut. Außerdem schätze ich den schönen Garten an der Kita.“

Hintergrund Die Kita „Sonnenkäfer“
 Die Vetschauer Kindertagesstätte „Sonnenkäfer“ wurde Mitte der sechziger Jahre gebaut. Zwei Gebäude, das der Krippe und der Kindergartenteil, sind umgeben von einem parkähnlichen Gelände. Über 120 Mädchen und Jungen besuchen heute die Einrichtung, die sich zum Thema Umwelt mit ihren Schönheiten aber auch Gefahren auseinandersetzt. Zweimal wurde die Einrichtung mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Seit dem Jahr 2000 wachsen hier Kinder in der Witaj-Gruppe mit der sorbisch/wendischen Sprache auf.