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Lokale Wirtschaft
Kaufland-Logistik baut erst 2019

Das Verteilerzentrum von Kaufland-Logistik im Lübbenauer Industrie- und Gewerbegebiet soll erweitert werden.  t
Das Verteilerzentrum von Kaufland-Logistik im Lübbenauer Industrie- und Gewerbegebiet soll erweitert werden. t FOTO: Daniel Preikschat / LR
Lübbenau. Das Unternehmen und die Stadt Lübbenau haben noch Verhandlungsbedarf.

Im Herbst vergangenen Jahres hieß es aus der Konzernzentrale in Neckarsulm noch, man gehe von einem Baubeginn Ende 2017 aus für eine neue Obst- und Gemüsehalle des Kaufland-Verteilerzentrums am Standort Lübbenau. Heute klingt das etwas anders. Der Bauantrag sei zwar im August diesen Jahres eingereicht worden. Genehmigt werden dürfte er aber erst im März 2018. Entsprechend werde das Gebäude auch erst im Frühjahr 2019 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die Automatisierungstechnik für die Kommissionierungsanlage soll dann im Frühjahr 2020 zum Einsatz kommen können.

Zusätzliche Erschließungsstraßen in dem Lübbenauer Industrie- und Gewerbegebiet (IGG) seien nicht erforderlich, so Unternehmenssprecherin Andrea Kübler weiter. Vorhandene Lkw-Zufahrten und Parkplätze reichten auch künftig aus. Nicht mehr ausreichend jedoch sei nach der Erweiterung des Kaufland-Verteilerzentrums das Entwässerungssystem. Es müsse „erweitert“ werden, da auf mehr überbauter Fläche größere Niederschlagswassermengen anfallen. Näheres soll in einem „städtebaulichen Vertrag“ geregelt werden zwischen Kaufland und der Stadt Lübbenau.

Der städtebauliche Vertrag liegt im Entwurf nunmehr vor und ist auf der Internetseite der Stadt Lübbenau auch einsehbar. Die genaue Bezeichnung lautet „Echter Erschließungsvertrag“. Nachzulesen ist hier unter anderem, was es ungefähr kosten dürfte, die technischen Anlagen für das künftig notwendige Entwässerungssystem im südlichen Bereich des IGG zu planen und herzustellen: etwa 2,6 Millionen Euro. Laut dem Vertragsentwurf wäre es aus Sicht der Stadt Lübbenau „ursächlich und angemessen“, wenn der Vorhabenträger, sprich Kaufland, diese Kosten übernimmt. Dennoch erklären sich die Lübbenauer bereit, ein Drittel der Kosten beizusteuern. Weiter wird in dem Text aber darauf hingewiesen, dass Kaufland selbst bisher auch nur nur ein Drittel der Kosten tragen will. Weitere Verhandlungen erscheinen also noch dringend notwendig. Billigen die Stadtverordneten den Entwurf – abgestimmt wird darüber in der Stadtverordnetenversammlung kommende Woche Mittwoch – ist Bürgermeister Helmut Wenzel dazu ermächtigt. Er darf dann auch die zuletzt abgestimmte Fassung des Vertrags unterzeichnen.

Kaufland selbst macht auf Nachfrage keinerlei Kosten-Angaben, weder was das Regenentwässerungssystem betrifft, noch was das gesamte Bauprojekt samt der neuen Gebäude und dem Brandschutz angeht. Nach RUNDSCHAU-Informationen sollen die Gesamtkosten bei rund rund 40 Millionen Euro liegen.

Wesentlich mehr Arbeitsplätze als die derzeitigen 550 am Standort Lübbenau werden infolge der Investition aber offensichtlich nicht entstehen. Zumindest nicht in der Obst- und Gemüsehalle. Zum Großteil kämen dort Mitarbeiter zum Einsatz, die bereits jetzt im gewerblichen Bereich des Lagers tätig sind, sagt die Unternehmenssprecherin. Deren Arbeitsbedingungen sollen sich allerdings verbessern aufgrund “ergonomischerer“ Abläufe und Tätigkeiten. Schwere körperliche Arbeit werde reduziert. Um die moderne Anlage technisch zu betreuen und zu steuern, suche Kaufland allerdings noch höher qualifizierte Mitarbeiter, beispielsweise Mechatroniker.

Kaufland-Logistik hatte die Erweiterung des Logistikverteilzentrums in Lübbenau mit der Zunahme des Liefervolumens an Obst und Gemüse in der Region begründet. Das Erweiterungsgrundstück wurde bereits im vergangenen Jahr erworben.