Feiern, schminken und verkleiden an einem Montagvormittag? Was üblicherweise vor allem für Kopfschütteln bei den meisten Menschen sorgt, wird am kommenden Montag zum Normalzustand. Denn dann, am 11. November um Punkt elf Uhr elf, beginnt wie in jedem Jahr die Karnevalssession, in der auch die Lausitzer Karnevalisten ihrem Narrendasein freien Lauf lassen. Doch bei aller Vorfreude ist für die Karnevalsvereine der Region auch viel Vorarbeit gefragt.

Vorbereitung seit August

„Gerade ist die heiße Phase. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, bestätigt Patrick Wölfel vom Calauer Carneval Club (CCC), der in diesem November in seine 42. Session startet. Noch am Sonntag steht bei den Calauer Narren die finale Generalprobe für den ersten Karnevalsabend der Session am 16. November um 19.33 Uhr statt: „Da werden wir sehen, was schon klappt und was nicht“, so Wölfel. Die fünfte Jahreszeit beschäftigt den Vereinsvorsitzende schon seit dem Spätsommer: „Bei mir ging es direkt nach dem Calauer Stadtfest im August los, etwa mit dem Schreiben der Sketche und der Büttenreden.“ Noch mehr Vorbereitung auf den Karnevalsstart nehmen da nur die Funkendamen auf sich: „Die Mädels sind das ganze Jahr beschäftigt, da ist nach der Saison vor der Saison.“

Eine Einstellung, die die Calauer auch in ihr diesjähriges Saisonmotto gepackt haben. „Idole, Helden und Legenden - Karneval wird niemals enden!“ soll das Motto für die Feierwütigen in der fünften Jahreszeit sein. „Wir schauen zurück auf die Musik der letzten Jahrzehnte, von AC/DC über Michael Jackson bis zu Tina Turner“, gibt Patrick Wölfel einen Vorgeschmack auf die Feier. Zudem soll das Motto natürlich Inspiration bei der Kostümwahl sein, den Besuchern aber auch kreative Freiheit lassen. „Ich bin gespannt, welche Kostüme sich das Publikum einfallen lässt“, so Wölfel. Zwar sei der November noch nicht mit der Hochphase des närrischen Treibens im Februar vergleichbar, dennoch werden die Veranstaltungen von den Besuchern gut angenommen, weiß Patrick Wölfel. „Das Programm ist zwar noch etwas kürzer als im Februar, aber die Feierlaune der Leute ist ungebrochen.“

Altdöbern lässt 90er aufleben

Auch in anderen Orten im Spreewald bereitet man sich schon länger auf den ganz normalen Wahnsinn zur Karnevalszeit vor. Mit „Altdöbern spielt total verrückt - die 90er sind zurück“ untermalt etwa der Karnevalsclub Altdöbern seine 42. Feiersaison. Drei Veranstaltungen richtet der KCA im November aus, nach der Schlüsselübergabe, die auch in Altdöbern am 11. November stattfindet, folgt der Jugendkarneval am Freitag sowie die erste Hauptsitzung der Session am Tag darauf. „Das straffe Programm geht erst im Februar los, im November ist es noch nicht so doll“, so der Präsident des Karneval-Club Altdöbern Maik Scharoba.

Urlaubsstimmung beim NCC

Beim Neupetershainer Carneval Club (NCC) möchte man die kalte Jahreszeit hingegen mit ein bisschen Urlaubsstimmung aufhellen. „Sommer, Sonne, Dekolletè, im Urlaub mit dem NCC“ lautet das freizügige Thema der Karnevalisten in ihrer 37. Saison. „Wir sind gerade mitten in den Vorbereitungen“, erzählt Dan Jägel, Präsident vom Neupetershainer Karnevalsverein. Geprobt wird vor allem für die erste Hauptveranstaltung, die der Verein am 16. November im Kultur- und Freizeitzentrum Neupetershain ausrichtet. „Dort werden sich die verschiedenen Gruppen, etwa das Männerballett, die Funken oder das Kindertanzen vorstellen“, wirbt Jägel. Am 15. November sind zudem die Senioren beim „Karneval für Junggebliebene“ zum ausgelassenen Feiern eingeladen.

Ein wenig entspannter sehen die Neupetershainer Karnevalisten die Schlüsselübergabe am 11. November: „Ein bisschen Schunkeln bei Musik und Getränken, einfach einen gemütlichen Einstieg“ erwartet Jägel für den Start der fünften Jahreszeit am Montagvormittag.