Von Rüdiger Hofmann

Zum wiederholten Male hat sich die Vetschauer Aktionsgruppe „Ambrosiafreies Sommerbad“ am Freitag in der Reptener Chaussee zum Ambrosia-Ausreißtag getroffen. Stadtverwaltung und Bauhof unterstützten die Aktion. Auch zahlreiche Bürger halfen mit, das Unkraut weiter einzudämmen.

„Obwohl die wiederholten Ausreißaktionen um das Sommerbad den Bestand der hochallergenen Ambrosia stark reduzierten, wachsen immer noch Pflanzen, sodass eine Nachlese unbedingt erforderlich ist“, sagt Winfried Böhmer von der Aktionsgruppe. Eine erneute Ausbreitung solle unterbunden werden. Nach dem Einsatz am Sommerbad ging es am Radweg zur Kläranlage weiter.

„Unsere Maßnahmen sind zwar aufwendig, aber wir konnten die Ambrosia bereits spürbar eindämmen“, sagt Bürgermeister Bengt Kanzler. Auch der Einsatz von Ambrosia-Scouts würde dabei helfen. Böhmer ergänzt: „Sieben Flächen in der Stadt haben wir bereinigt. Dreimal im Jahr gehen wir durch. Die Innenstadt können wir inzwischen als ambrosiafrei bezeichnen.“

Vor Ort ein Bild machen konnte sich auch der Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke von Bündnis 90/Die Grünen und der Ambrosiakoordinator Brandenburgs, Matthias Hoffmann. „Ganz los werden wir diese Pflanze wohl nie. Aber sie breitet sich hier zumindest nicht mehr explosionsartig aus“, so Hoffmann.

Vor allem wegen seiner allergischen Wirkungen haben sich Ambrosia-Pflanzen in einigen Teilen Brandenburgs zu einer Landplage entwickelt. Im Fall von Vetschau spielt wohl vor allem eingebrachtes Saatgut aus Ungarn eine Rolle bei der Vermehrung des Unkrauts.

Seit 2009 gibt es beim Land Brandenburg einen Arbeitskreis Ambrosia, der zahlreiche Maßnahmen zur Bekämpfung eingeleitet hat. Unter anderem wird in diesem Jahr ein Projekt zur Unterdrückung von Ambrosiapflanzen im Lupinenanbau durch Untersaaten gefördert. Außerdem werden die Empfehlungen zur Bekämpfung von Ambrosia auf landwirtschaftlichen Flächen aktualisiert.