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| 15:27 Uhr

Neudöberner Speicherfest
Kalender-Ausstellung zum Speicherfest

Hobby-Bäckermeister Matthias Enge, Gesellin Margitta Ressel und die Gebrüder Helbig sorgten dafür, dass immer ausreichend Brote in den historischen Holzbackofen geschoben wurden.
Hobby-Bäckermeister Matthias Enge, Gesellin Margitta Ressel und die Gebrüder Helbig sorgten dafür, dass immer ausreichend Brote in den historischen Holzbackofen geschoben wurden. FOTO: Uwe Hegewald
Neudöbern. Geselliges Treffen am ältesten dreigeschossigen Speicher Brandenburgs. Von Uwe Hegewald

Abgelaufene Kalender lassen sich bekanntlich schwer verkaufen. Aber sie lassen sich womöglich sehr gut ausstellen, dachte sich Roland Schneider und forderte seine Mitbewohner auf, in ihren Beständen zu kramen. Mit einem „Sächsischen Bauernkalender“ aus dem Jahr 1947, einem Rewe-Kalender (1961) und einem Reichsbahnkalender (1962) steuerte der Bürgermeister der Gemeinde Luckaitztal gleich selbst die drei ältesten Exemplare bei. Zu bestaunen waren auch vier 100-jährige Kalender in unterschiedlichen Ausführungen, ein Rolling Stones Calendar (2006) und auch einer mit nackten Tatsachen.

Wer sich in die Bedienungsanleitung eines Maja-Kalenders aus Mexico vertiefte, konnte in Erfahrung bringen, wie viele Jahre, Monate und Tage das erste Neudöberner Speicherfest zurückliegen. „Das war 2008, da müssen wir nicht lange rätseln“, schoss es aus Roman Kupsch heraus. Er wohnt vis-a-vis zum Speicher, der mit seinen geschätzten 300 Jahren das älteste, dreigeschossige Exemplar dieser Bauart darstellt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte den Speicher schon besichtigt, und im Jahr 2014 machte die Tour de OSL dort Station gemacht, und am Samstag feierten die Dorfbewohner ein geselliges Fest.

Mit Kaffeetafel, Hüpfburg, Kegelbahn, Gummistiefel-Weitwurf-Wettbewerb und Leckereien aus dem historischen Holzbackofen wurde gemeinsam gefeiert. Neudöberns temporärer Bäckermeister Matthias Enge und seine Gesellin Margitta Ressel schoben ein Dutzend Brotlaibe in die Backröhre, wie auch ein Blech vom legendären Zuckerkuchen. Kinder durften ihre Pizza nach Belieben selbst belegen und anschließend verputzen.

Einer besonderen Erwähnung wert ist, dass mit Förster Thomas Förster und dem Vorsitzenden des veranstaltenden Vereins „Neudöbern 1300 e.V.“, Toralf Hager, zwei Bastler gemeinsame Sache gemacht haben. Dass das Duo interessierte Festbesucher beim Bau von Fledermaus- oder Nistkästen unterstützte, dürften sich zumindest die beiden Hobby-Zimmerer in ihren Kalender notiert haben.