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Kahnfährleute halten Gästezahl stabil

Mehr als 10 000 Fahrgäste ließen sich bei der Veranstaltung "Zwei Märkte, eine Kahnfahrt" von Lübbenau nach Lehde staken.
Mehr als 10 000 Fahrgäste ließen sich bei der Veranstaltung "Zwei Märkte, eine Kahnfahrt" von Lübbenau nach Lehde staken. FOTO: Preikschat
Lübbenau. Seit zehn Jahren nun schon können die Kahnfährleute der Lübbenauer Genossenschaft am Großen Spreewaldhafen stabile Besucherzahlen verbuchen. Sie liegen bei 145 000 bis 150 000. Eine Veranstaltung ragt deutlich heraus in puncto Besucherresonanz. Daniel Preikschat

Ein stetiger Kähne-Pendelverkehr prägte an zwei Wochenenden im Dezember die Fließstrecke zwischen dem Großen Hafen in Lübbenau und dem Freilandmuseum in Lehde. Von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt ging es für die in Decken eingepackten Fahrgäste auf idyllischer Strecke. Dieses gemeinsame Angebot von Kahnfährgenossenschaft und Freilandmuseum nahmen an den vier Tagen 10 700 Gäste wahr, sagt Steffen Franke, Vorsitzender der Lübbenauer Kahnfährgenossenschaft. Im Dezember des Vorjahres waren es noch 7100 Fahrgäste. Die Besucher mitgezählt, die an den vier Tagen nur ins Museum gegangen sind, komme man 2016 sogar auf insgesamt rund 15 000. Keine andere Veranstaltung im Spreewald, sagt Franke, habe mittlerweile mehr Gäste.

Die nunmehr gut etablierte Marke "Zwei Märkte, eine Kahnfahrt" habe wesentlichen Anteil daran, dass die Fahrgastzahlen bei der Genossenschaft auch im vergangenen Jahr stabil geblieben sind, so Franke weiter. Natürlich werde es das Angebot auch 2017 geben. Gleiches gelte für die "Lichtnacht-Kahnfahrten" und die "Walpurgisnacht".

Spezielle Angebote für Senioren und Kinder steigen in der Beliebtheitsskala offenbar ebenfalls unvermindert. Die Theaterkahnfahrt für Kinder "Piraten im Spreewald" mit 13 Terminen an fünf Tagen nutzten im vorigen Jahr 450 kleine Gäste. Zum Vergleich: 2014 waren es 130 Kinder samt Begleitpersonen. Die Blasmusikkahnfahrt für Senioren komme ebenfalls so gut an, dass es sie auch 2017 geben wird, am 14. August. Viel verdienen könne man mit beiden Formaten zwar nicht, so Franke. In der Werbewirkung aber seien sie für den Großen Spreewaldhafen, dessen zentrale Lage aus Sicht Frankes eher ungünstig ist, sehr wichtig. Der Hafen, sagt der Genossenschaftsvorsitzende, müsse ständig von sich reden machen.

Das tut er auch noch auf andere Weise. In Kooperation mit dem Kleinen Hafen, dem Hafen am Holzgraben und dem Hafen Schwerdtners Kahnfahrten konnte 2016 für tägliche Kahnfahrten zu festen Zeiten in der Saison von Mai bis September geworben werden. Unter anderem auch mit Flyern der Spreewald-Touristinformation. Die Routen hatten jeweils ihren eigenen Charme und trugen Namen wie "Der Spreewald erwacht", "… die pure, unberührte Natur, wie sie schon Theodor Fontane genoss" oder auch "Der Spreewald geht schlafen". In den nächsten Wochen werde man sich erneut treffen, um für 2017 einen ähnlichen Wochenplan zu entwerfen.

Perspektivisch, ist der Genossenschaftsvorsitzende überzeugt, werde die Zusammenarbeit, das gegenseitige Sich-Aushelfen der Kahnfährunternehmen immer wichtiger. Die Zahl der Kahnfährleute schrumpfe stetig. Nur etwa jeder Fünfte, der heute zum Beispiel aus Altersgründen aufhört, werde durch einen Neuzugang ersetzt. Künftig werde daher der Kahnfährmann häufiger zum Einsatz kommen.

Zum Thema:
Für die geplante Montage einer Überdachung ("Riesensegler") im Großen Spreewaldhafen liegt nach Angaben Steffen Frankes von der Kahnfährgenossenschaft die Genehmigungsplanung vor. Eine Fachfirma sei beauftragt, aber einen Termin für den Baubeginn gebe es noch nicht. Geplant war die Montage des Sonnen- und Regenschutzes in diesem Winter.