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| 17:48 Uhr

Unser Dorf hat Zukunft
Jury bescheinigt Raddusch gute Arbeit

Raddusch gehört zu den 17 von einst 85 Dörfern, die sich der Kommission stellen, um einen der zwei Plätze für den Bundeswettbewerb 2019 zu erringen. Gestern berichtete Franziska Ast (l.) der Jury von ihrer Alpakazucht.
Raddusch gehört zu den 17 von einst 85 Dörfern, die sich der Kommission stellen, um einen der zwei Plätze für den Bundeswettbewerb 2019 zu erringen. Gestern berichtete Franziska Ast (l.) der Jury von ihrer Alpakazucht. FOTO: Peter Becker
Raddusch. Von Peter Becker

In der Sport- und Kulturscheune wurde die Kommission von einer Abordnung des Radduscher Heimat- und Trachtenvereins begrüßt, Frauen der Sportgruppe hatten einen Imbiss vorbereitet. Ortsvorsteher Ulrich Lagemann gab einen nannte Gründe, weshalb Raddusch durchaus ein Dorf mit Zukunft sei. „Für uns steht ein intaktes Vereinsleben, dörflicher Zusammenhalt und besonders der Ausbau des sanften Tourismus ebenso im Mittelpunkt, wie die Schaffung von guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Ausweisung von Bauflächen“, so Lagemann. Gerade letzteres gehört zu den Schwerpunkten, denn es gibt Rückkehrwillige ebenso wie Menschen, die ländlichen Wohnraum suchen.

Ulrich Lagemann hatte einen minutiös ausgearbeiteten Zeitplan vorbereitet, denn Raddusch hat einiges zu bieten, was die Kommission bis zur Weiterfahrt in den nächsten Ort unbedingt sehen sollte. So blieben oft nur wenige Minuten, um am jeweiligen Standort in aller Kürze das Wesentliche zu präsentieren und Fragen zu beantworten. Zu diesen gehörte die Feuerwehr ebenso wie der Umbau der alten Scheune zum Wohnhaus durch Udo Saaro. Jungunternehmerin Franziska Ast berichtete von ihrer Alpakazucht, die viel Zuspruch bei den Urlaubern findet. Besonders beliebt sind die Führungen in die Stille des Radduscher Spreewaldes. Etwas, was Matthias Mecke im Namen der Kahnfahrer bestätigte. Raddusch bietet drei feste Abfahrtzeiten. „Unsere Gäste loben die Stille, nach wenigen Minuten sind sie allein in der Natur“, weiß er zu berichten. Weitere Stationen waren der Libellenpark, die kaiserliche Postagentur und die Radduscher Kindereinrichtung. Hier warteten die Kleinsten sehnsüchtig auf die Kommission. Ein sorbisch-wendisches Programm hinterließ einen starken Eindruck, was in der Schlusszusammenfassung noch einmal herausgestellt wurde. Vorbei an der Heimatstube, wo Ingeborg Kliche Zeit fand, den Gästen ihre Gurken zu reichen, ging es zur Alten Backstube. Katrin Küster, eine Heimkehrerin, berichtete von den Problemen, aber auch von der Unterstützung bei der Geschäftsgründung. Die auf dem gleichen Grundstück befindliche Kunstscheune wurde von Matthias Nevoigt vorgestellt.

In der Abschlussfragerunde bestand kurz Gelegenheit, noch das eine oder andere in Erfahrung zu bringen. Kommissionsleiter Tobias Wienand wollte unter anderem wissen, wo sich Raddusch 2030 befinden wird, wie der Stand zum staatlich anerkannten Erholungsort ist und wie es gelungen ist, ein gut funktionierendes Bürgernetz für schnelles Internet zu installieren. Ulrich Lagemann nannte anschließend die noch offenstehenden Dinge beim Namen: „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Raddusch vom Bahnhalt abgekoppelt wurde. Es ist ungemein schwer, Ansprechpartner bezüglich der Nachnutzung des Bahnhofsgebäudes zu finden“, nannte er Beispiele und bat seinerseits die Kommission dabei um Unterstützung.

„Sie sind auf einem guten Weg der Naturvermittlung, sie haben ein lebendiges Dorf mit vielen Aktivisten“, fasste Tobias Wienand zusammen. Jetzt heißt es warten, erst im September stehen die Sieger fest.