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Jungfernfahrt zum Jubiläum

Elke Nasdall (Mitte) darf schon einmal Platz auf einem Waggon der Minibahnanlage nehmen, die am Wochenende durchs Neupetershainer Vereinsareal rollt. Beim Probesitzen sind Lokführer Wilfried Schiemann (l.), Hans-Joachim Hoff und Vereinschef Dankward Mönnig (r.) dabei.
Elke Nasdall (Mitte) darf schon einmal Platz auf einem Waggon der Minibahnanlage nehmen, die am Wochenende durchs Neupetershainer Vereinsareal rollt. Beim Probesitzen sind Lokführer Wilfried Schiemann (l.), Hans-Joachim Hoff und Vereinschef Dankward Mönnig (r.) dabei. FOTO: Hegewald/uhd1
Neupetershain. Der Modellbahn- und Puppenverein Neupetershain feiert sein 30-jähriges Bestehen. "Bitte einsteigen!" heißt es deshalb am Wochenende. Der Verein weiht seine neue Anlage ein. Uwe Hegewald / uhd1

Was tun, wenn der örtliche Bahnhof einen jämmerlichen Zustand aufweist und die Bahn AG keine Anstalten macht, diesen zu ändern? Man baut einen neuen Haltepunkt, legt sich eigene Loks samt Waggons zu und lässt Fahrgäste wieder Lust am Reisen haben.

Dankward Mönnig, seit Vereinsgründung Vorsitzender des Modellbahn, -bau- und Puppenvereins (MPV) erklärt die Hintergründe: "Wir tragen uns schon seit mehreren Jahren mit den Gedanken, auf unserem Areal ein Streckennetz mit Zügen zu errichten, in denen Besucher mitfahren können. An unserem Jubiläumswochenende am 29. und 30. Juli, jeweils 10 bis 18 Uhr, ist es nun soweit", sagt der Neupetershainer Bahnchef.

Zum Errichten der Fünf-Zoll-Mini-Bahn wurden 200 Meter Gleis verlegt, 26 Tonnen Split angefahren und ausgebreitet, Mauerdurchbrüche vollzogen und die Vegetation entlang der Trasse zurechtgestutzt. "Sechs Monate haben wir uns intensiv mit dem Bau der Außenanlage beschäftigt, die Waggons gebaut. Wir sind nach Annaberg-Buchholz gefahren, um dort die Gleise zu schweißen. Zuletzt drei Tage am Stück", erzählt Dankward Mönnig.

Seelenverwandte aus dem erzgebirgischen Annaberg-Buchholz gesellen sich zum Neupetershainer Jubiläum, die einen weiteren Zug mitbringen. "Um dem Fahrgastaufkommen gerecht zu werden", sagt Mönnig mit einem Augenzwinkern.

Er selbst ist kürzlich im Internet auf eine entsprechende Lok gestoßen, die inzwischen angeliefert ist. Rund 100 Kilogramm wiegt der leistungsstarke Koloss samt Akkus. Ausreichend, um fünf Waggons mit insgesamt 20 Kindern auf die (Bahn-)Reise zu schicken. "Gleise der Mini-Bahn liegen inzwischen in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Deutschland. Dank der Zuverlässigkeit der Anlagen war auch schnell ein Versicherer zu finden", so Dankward Mönnig mit.

Beschlossene Sache ist der Bau einer separaten Anlage, um mit dieser auch auswärts zu rollen. Zum Museumsfest der Waldeisenbahn in Weißwasser (9./10. September) soll die Premierenfahrt erfolgen. Bahnchef Mönnig schließt nicht aus, dass die Anlage auch von anderen Kommunen zu Jubiläen, Stadt- und Vereinsfesten oder Weihnachtsmärkten gebucht wird. Einziges Problem: die Mitglieder des Modellbahn-, Modellbau- und Puppenverein (MMPV) Neupetershain sind gefragt. Neben zahlreichen Präsentationen ihrer Bahnanlagen und Puppenwelten im In- und Ausland, zählt inzwischen die Möbel Mahler Einrichtungszentrum GmbH & Co. KG Siebenlehn (Sachsen) zu den Groß-Interessenten. "Seit vier Jahren bekommen wir in der riesigen Halle der Weihnachtswunderwelt Flächen zu Verfügung gestellt. Die Ausstellung geht von November bis Weihnachten und darüber hinaus. Ende September beginnen wir dort bereits mit dem Aufbau", berichtet Mönnig.

Der Verein verfügt über vier Bahnanlagen, zwei Puppenwelten, Dutzende Puppen, Kinder- und Puppenwagen. Zum Vereinsjubiläum kommen weitere Attraktionen hinzu. So reist ein Chemnitzer Brüderpaar an mit einer 6 mal 3 Meter Anlage (Spur 0) sowie Ulrich Thorhauer (Lübbenau) mit seiner Anlage, die einer polnischen Strecke nachempfunden ist. Ebenfalls auf dem Ausstellungsareal in der Neupetershainer Thomas-Mann-Straße mit dabei: die Trümmerbahn Berlin (Spur H0m), Lego aus Senftenberg und Magdeburger Freunde mit einem Landschafts-Diorama.