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Junge Ideen für lebendiges Calau

Wo die Calauer Zehntklässler investieren würden.
Wo die Calauer Zehntklässler investieren würden. FOTO: hk
Calau. Junge Ideen für Calau haben es in sich: Zehntklässler der Robert-Schlesier-Schule würden in ein Kino, eine Skaterbahn, in ein Aquaparadies und eine Kartbahn auf dem alten Sportplatz an der Jahnstraße investieren. Sie würden zudem Marley's Hause of Sounds, ein besonderes Musikgeschäft, und Lasertag mit Autokino bauen sowie den Calauer Bahnhof restaurieren. Hannelore Kuschy

Zweifellos würde all das den Wirtschafts- und Tourismusstandort Calau enorm bereichern. "Das ist es eben, was Menschen brauchen, die hier in Calau leben wollen." Mario Dannenberg (Die Linke) bescheinigt damit den Zehntklässlern enormen Ideenreichtum. Als "eine tolle Ergänzung zum Stadtentwicklungskonzept" sieht Gerd Kasprick (CDU) das, was die Schüler vor dem Wirtschaftsausschuss präsentiert haben. Sein Fraktionskollege René Riewa gesteht, dass "es Dinge sind, die auch uns fehlen". Matthias Kurth aus der selben Fraktion sieht die Präsentation der Projektergebnisse auch als eine Art Übung für bevorstehende Vorstellungsgespräche.

Auch wenn Investitionen, wie sie sich die Schüler vorstellen, zwar gewünscht, jedoch absehbar kaum zu finanzieren sind, empfiehlt sich Calau schon heute mit 457 Gewerbebetrieben als stabiler Wirtschaftsstandort. Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) verweist auf ein jährliches Gewerbesteuereinkommen von durchschnittlich 1,1 Millionen Euro. 23 Prozent aller Unternehmen sind im Bereich Handel angesiedelt, 24 Prozent sind Handwerks- und nur zwei Prozent Industriebetriebe. Dazu zähle in jedem Fall Caleg mit seinen mehr als 300 Beschäftigten im Gewerbegebiet Süd. Rund fünf Millionen Euro werden in eine neue Beschichtungshalle investiert, die im kommenden Herbst eingeweiht werden soll. Vier der 36 Hektar großen Fläche in diesem ältesten Calauer Gewerbegebiet sind nach Angaben Suchners noch verfügbar. Plieskendorf sei komplett, nicht so das Gewerbegebiet Ost mit seinem größten Unternehmen SAG. 96 Prozent seien dort belegt.

Hoffnung auf eine weitere Ansiedlung eventuell noch vor dem Sommer im Gewerbegebiet Nord mache die aktuelle Frage eines Interessenten, so das Stadtoberhaupt. Das fünfte Gewerbegebiet Calaus ist die Innenstadt selbst. Und sie lebt, dank auch Hunderter zentrumsnaher Arbeitsplätze in der Kreisverwaltung, im Finanzamt, bei der Sparkasse Niederlausitz, der AOK-Verwaltung, der neuen Seniorenresidenz und beim DRK. "Unverzichtbarer Partner für eine lebendige Innenstadt ist die Interessengemeinschaft ,In Calau clever kaufen'", sagt Werner Suchner. Nicht mehr wegzudenken sei auch der Wochenmarkt, den die Stadt selbst betreibe. Um regionale Produzenten weiter zu unterstützen, hole Calau erstmals den Heimatmarkt in die Stadt. Am 12. August könne jeder die Vielfalt einheimischer Produkte und Handwerkserzeugnisse auf dem Marktplatz entdecken.

Zum Thema:
Das Projekt der Calauer Oberschule und der Cottbuser Gründerwerkstatt "Zukunft Lausitz", an dem rund 50 Schüler beteiligt waren, hat zum ersten Mal stattgefunden. Marcel Linge, Leiter der Gründerwerkstatt, ist begeistert von den Unternehmens-Ideen und wäre gern bei einer zweiten Auflage mit Zehntklässlern dabei. Schulleiter Hans-Günter Schubert hält ein weiteres solches Projekt für möglich.