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| 02:32 Uhr

Jugend wählt am Freitag in Lübbenau

Ulrich Thorhauer (hinten links) und Steven Börner verfolgen die Gestaltung der Wahlurne vor dem Freizeitladen der Arbeiterwohlfahrt. Für die originellste Wahlurnen winken Geldpreise in einem bundesweiten Wettbewerb unter www.u18.org im Internet.
Ulrich Thorhauer (hinten links) und Steven Börner verfolgen die Gestaltung der Wahlurne vor dem Freizeitladen der Arbeiterwohlfahrt. Für die originellste Wahlurnen winken Geldpreise in einem bundesweiten Wettbewerb unter www.u18.org im Internet. FOTO: Jan Gloßmann
Lübbenau. Linke oder SPD, CDU oder Grüne, Piraten oder gar eine extremistische Partei? Mädchen und Jungen aus Lübbenauer Schulen geben am Freitag ihre Stimme ab in einer "Bundestagswahl" für den Nachwuchs. Am Freitagabend ist Wahlparty im Freizeitladen der Arbeiterwohlfahrt in der Neustadt. Jan Gloßmann

Schon gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl wird es in Lübbenau erste Ergebnisse geben. Am kommenden Freitag ist Wahltag - in Lübbenauer Schulen und Jugendeinrichtungen. Wahllokale gibt es in der Ehm-Welk-Oberschule, dem Jenaplanhaus und im Freizeitladen der Arbeiterwohlfahrt in der Neustadt. Dort kann von 15 bis 17 Uhr wählen, wer in seiner Schule keine Gelegenheit hatte. Im Freizeitladen in der Otto-Grotewohl-Straße steigt ab 17 Uhr zudem die obligatorische Wahlparty mit der öffentlichen Auszählung der Stimmen. Die Veranstalter locken mit freien Getränken und Imbiss sowie einem Wahlpräsent.

Zuvor haben die Schüler Gelegenheit, anhand der Original-Kandidaten für den 22. September ihre Stimme abzugeben. Am Paul-Fahlisch-Gymnasium und der Pestalozzi-Förderschule beschäftigen sich einige Klassen im Rahmen einer "Juniorwahl" für die meist 16- bis 18-Jährigen sogar mit den Wahlprogrammen der Parteien und Vereinigungen. Die unter 18-Jährigen bis hinunter zu den vierten oder fünften Klassen haben Wahlbenachrichtigungen erhalten, etwa 1000 sind ausgegeben worden. Darauf finden sich die Namen der Direktkandidaten, wie sie auch am 22. September zur Wahl stehen, und die Parteien. "In dieser ‚Jugendwahl' geht es vor allem darum, das Procedere bekannt zu machen. Lernen ist Nachahmen von Erwachsenen, insofern muss es authentisch sein", sagt Ulrich Thorhauer, Chef der Jugendarbeit bei der Arbeiterwohlfahrt. Die Wahl sei für diese Schützlingen "in erster Linie ein Erlebnis. Außerdem wollen wir ein gewissen Selbstverständnis entwickeln helfen, wie so eine Wahl funktioniert." Und am Ende soll ein Ergebnis stehen und auch veröffentlicht werden, ganz gleich, wie es ausgeht. "Wir wissen, dass es in extreme Richtungen gehen könnte. Die Extremen sind in diesem Alter sehr präsent", sagt Steven Börner, der den Freizeitladen leitet. Es gehe aber nicht darum, so Thorhauer, "politische Einstellungen zu erforschen und dann pädagogisch zu wirken".

Die Jugendwahl soll traditionalisiert werden - 2014 gibt es gleich drei Urnengänge für Europa, das Land und die Kommune.