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| 16:37 Uhr

Jubiläum
Jubiläumsklänge und ein bisschen Wehmut

Zu ihrem Jubiläumskonzert sorgte der Altdöberner Frauenchor „Viva la musica“ für ein proppenvolles Schützenhaus. Zu den musikalischen Gratulanten und Mitgestaltern der Festveranstaltung zählten der „Kittlitzer Chormix 71 e.V.“, sowie die Männergesangsvereine „Germania 1890 Werchow e.V.“ und der „MGV 1874 Altdöbern e.V.“, der am 3. November zur „Musikalischen Zeitreise“ abermals ins Schützenhaus einlädt.
Zu ihrem Jubiläumskonzert sorgte der Altdöberner Frauenchor „Viva la musica“ für ein proppenvolles Schützenhaus. Zu den musikalischen Gratulanten und Mitgestaltern der Festveranstaltung zählten der „Kittlitzer Chormix 71 e.V.“, sowie die Männergesangsvereine „Germania 1890 Werchow e.V.“ und der „MGV 1874 Altdöbern e.V.“, der am 3. November zur „Musikalischen Zeitreise“ abermals ins Schützenhaus einlädt. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Emotionale Feier zum 30-jährigen Bestehen des Altdöberner Frauenchores. Von Uwe Hegewald

Mit einem bewegenden Konzert und den begleitenden Männerchören aus Werchow und Altdöbern sowie dem Kittlitzer Chormix haben Altdöberns singende Botschafterinnen am Samstagnachmittag 30-jähriges Bestehen gefeiert. In Prag, im Berliner Dom, in Trier oder in Steeg (Tiroler Land) haben sie gesungen, aber auch bei Chorwettbewerben oder –festen in Schwedt, Schwarze Pumpe, Rheinsberg oder Geisendorf. Jährliche Höhepunkte bildeten Konzerte in heimischen „Wohnzimmern“, von denen „Viva la musica“ – so der Name des Klangkörpers – über drei verfügte: die Aula der ehemaligen Förderschule, das Schützenhaus und die evangelische Kirche. „Seit 1991 musizieren wir ununterbrochen am 1. Adventssonntag in der Kirche. Auch in diesem Jahr“, erzählt Heidemarie Klausch. „Frühlingskonzerte gibt es seit 1998, die Auftritte zum Gemeindefest in der Ressener Kirche (Gemeinde Neu-Seeland) seit 2005“, so die Vereinsvorsitzende. Nach Waltraud Gurk, und Renate Rusch führt sie den Verein seit 2003. „Ich brauche das Singen, es ist wichtig für mich“, begründet Heidemarie Klausch und spricht damit allen „Altdöberner Nachtigallen“ aus dem Herzen. Karin Bernstein, die auch das Jubiläumskonzert in der von ihr bekannten Souveränität moderierte, ergänzt: „30 Jahre sind in der heutigen Zeit schon ein Ereignis.“ Doch worin liegt der Schlüssel zum langanhaltenden Erfolg von „Viva la mucica“ – es lebe die Musik? Es ist der Notenschlüssel, verbunden mit dem kühnen Versuch, mittels Zettel um sangesfreudige Damen aus Altdöbern und der Umgebung zu werben. Werner Gurk heftete 1988 den Bogen Papier an einem Baum vor der damaligen Kaufhalle und die Dinge nahmen ihren Lauf. „18 Jahre leitete er unseren Chor überaus verdienstvoll. Für eine 30 Jahre durchgängige, musikalische Arbeit sorgten außerdem von 2007 bis 2014 André Funk, für wenige Monate Wanning Hu und seit 2015 unsere langjährige Sängerin, Ellen Berg“, heißt es in einem Flyer, den der Chor eigens für das Jubiläum hat drucken lassen. Dass der heute im Erzgebirge lebende André Funk am Samstag nicht nur zum Gratulieren vorbeischaute, sondern selbst in die Tasten des Klaviers griff, freute die Altdöberner Mädels besonders. Noch einmal füllte „Viva la musica“ den Schützenhaussaal mit anmutigem Chorgesang und katapultierte sich in die Herzen des Publikums. Womöglich ein letztes Mal? „Wir schauen entspannt in die Zukunft“, sagt Heidemarie Klausch, räumt aber auch leisere Töne ein: „Selbst veranstaltende Konzerte, mit denen wir uns gegenüber der Gema erklären müssen, wird es ab 2019 nicht mehr geben.“ Auch das traditionelle Adventskonzert findet am Sonntag, 2. Dezember, seine letzte Aufführung. „Die Kirche hat sich in den letzten Jahren immer mehr zur Konzertkirche entwickelt. Größen wie Michael Hirte oder Rudy Giovanni musizieren in einer Liga, in der wir nicht mithalten können“, erklärt die Vereinsvorsitzende. „Aber noch gibt es uns“, stellt sie klar und deutet auf die neue Ausrichtung: kleinere Arrangements, wie etwa am Sonntag, 16. Dezember, auf Schloss und Festung Senftenberg oder das Mitwirken bei den Altdöberner Parksommerträumen. Die darin eingebetteten Serenadenkonzerte ohne die liebreizenden Nachtigallen kann und will sich nun wirklich keiner vorstellen.