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Jubiläum im Museum

Doreen Haiasch präsentiert die neue Open-Air-Galerie auf der Obstwiese. 25 solcher Tafeln erzählen die Geschichte des Freilandmuseums.
Doreen Haiasch präsentiert die neue Open-Air-Galerie auf der Obstwiese. 25 solcher Tafeln erzählen die Geschichte des Freilandmuseums. FOTO: Wiesner
Lübbenau. Das Freilandmuseum in Lehde darf in diesem Jahr auf ein besonderes Jubiläum verweisen. Die Sammlungs- und Erinnerungsstätte wird 60 und feiert zu diesem Anlass am 18. Steven Wiesner

/19. August eine Geburtstagsparty. Mit ihren sechs Jahrzehnten ist die Lehder Galerie zwar noch das Küken unter den Museen im Landkreis (das Spreewaldmuseum in Lübben beispielsweise wurde schon 1899 eröffnet), "es ist dafür das älteste Freilandmuseum in Brandenburg", betont Stefan Heinz, der alle Museen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz (OSL) als Direktor führt.

Das macht der gebürtige Eisenhüttenstädter nun schon seit 2008, und unter seiner Regie hat sich das Freilandmuseum in Lehde natürlich auch verändert. "Das ist überall so. Man kommt neu her, hat eigene Ideen und Vorstellungen", sagt er. Das Freilandmuseum ist nicht mehr das von vor zehn Jahren, es hat neue Angebote und Spielereien im Programm und ist deutlich interaktiver und moderner geworden. Heinz: "Die Erwartungen der Besucher verändern sich, also muss sich auch ein Museum weiterentwickeln." Jene Weiterentwicklung wird nun auch von einer neuen Open-Air-Galerie dokumentiert, die zum 60. Jahrestag zusammengestellt wurde. 25 Tafeln erzählen hier die Geschichte des Museums. "Das ist auch ein Grund für Einheimische, die seit vielen Jahren nicht mehr da waren, mal wieder hierzukommen", so Heinz.

Um die 100 000 Besucher lockt das Freilandmuseum in Lehde während seiner Saison zwischen April und Oktober bereits an. "Es ist ein echter Klassiker im Spreewald geworden", freut sich Stefan Heinz. Und das ist es nicht umsonst. Die Palette, die man hier an geschichtlichem Wissen geboten bekommt, ist so groß, dass man als Laie den Eingang betreten und als perfekter Spreewald-Bewohner des 19. Jahrhunderts am Ausgang wieder rauskommen kann. "Es ist eine Zeitreise durch Häuser und Höfe verschiedener Jahrhunderte", sagt Heinz. "Das Zusammenspiel aus Wohn- und Gartenkultur sowie Brauchtum und Trachten bekommt man vermutlich nirgendwo so kompakt wie hier."

Die Verantwortlichen in Lehde haben auch erkannt, dass das Freilandmuseum nicht langweilen darf und mit der Moderne Schritt halten muss. Die Historie ist daher auch sehr erlebbar aufbereitet worden. "Die Leute sollen hier nicht nur durchlaufen, sondern auch mit Geschichten nach Hause gehen", sagt Stefan Heinz. "Sie können erleben, wie es ist, Kleider mit kaltem Wasser zu waschen, Kühe zu melken oder im Heu zu schlafen." Seit 2010 kann man sich hier sogar das Ja-Wort geben. Jährlich finden hier 30 bis 40 Hochzeiten statt.

Zum Thema:
Zum 60-jährigen Bestehen veranstaltet das Freilandmuseum am 18. August (9.30 bis 16 Uhr) ein Symposium mit diversen Vorträgen zu klassischen Spreewaldhäusern und der Kulturgeschichte. Der Tagungsbeitrag kostet 10 Euro und enthält Mittagessen und Kaffee. Um Anmeldung wird gebeten bis zum 11. August unter Tel: 03542 871508 oder an spreewaldmuseum@museum-osl.de.