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| 02:32 Uhr

Jeder kann ein Held sein

Luisa und Peter von Oesen aus Altdöbern spenden ihr Blut, um anderen Menschen helfen zu können.
Luisa und Peter von Oesen aus Altdöbern spenden ihr Blut, um anderen Menschen helfen zu können. FOTO: Willi Löben
Boblitz. Die Beschäftigten von Tief- und Wasserbau Boblitz wollen helfen, ihren an Leukämie erkrankten Kollegen mit einer Blut- und Stammzellenspende neuen Lebensmut zu geben. Am Freitag, 24. Juli, geht es um jeden einzelnen Spender. Jüngst erst erreichte Altdöbern eine Rekordzahl an Blutspendern. Willi Löben

Jährlich werden mehr als 10 000 Menschen in Deutschland mit der Schocknachricht Blutkrebs konfrontiert. Der letzte Funke Hoffnung, der Patienten bleibt, ist eine Stammzellenspende. Doch nicht immer findet sich ein geeigneter Spender innerhalb der Familie. Viele Menschen sind genau deswegen auf die Hilfe von Fremdspendern angewiesen.

Auch Siegfried Lehniger aus Boblitz erhielt die Diagnose Leukämie. Er will leben und ist dankbar für jede Hilfe, heißt es in dem Spendenaufruf seiner Kollegen. Familie, Freunde und selbst sein Arbeitgeber stehen fest hinter Siegfried. Daher organisierte die Geschäftsführung von TWB Boblitz mithilfe der Familie und des DRK Cottbus eine Spendenaktion. Mehr als 100 Mitarbeiter sind bisher bereit, sich typisieren zu lassen. "Es wären noch viel mehr, doch einige unserer Angestellten sind älter als 55 und liegen damit über der Altergrenze", erzählt eine der Organisatoren.

Da auf keiner internationalen Datenbank ein geeigneter Stammzellenspender für den Boblitzer gefunden wurde, kommt es nun darauf an, einen passenden Spender zu finden. Jeder, der zwischen 18 und 55 Jahre alt ist, kann sich am Freitagnachmittag in den Geschäftsräumen der TWB typisieren lassen und Blut spenden. Diejenigen, die bereit sind, ein kleines Röhrchen mit neun Millilitern Blut abzugeben, sind willkommen.

Alle Spender werden in eine internationale Datenbank aufgenommen und können somit eventuell auch anderen Menschen das Leben retten. Wer die Anforderungen für einen Spender nicht erfüllt, kann trotzdem helfen, indem er Geld an die Deutsche Stammzellenspenderdatei Ost überweist. Denn eine Typisierung verursacht 50 Euro.

Auch andere Städte bemühen sich um Hilfe. Quartalsweise bietet das DRK Cottbus die Möglichkeit, Blut zu spenden. In Altdöbern waren diesmal mehr Menschen als bisher bereit, Blut zu spenden. Unter ihnen waren auch Luisa und Peter von Oesen. "Ich selbst kam schon einmal in die Lage, im Krankenhaus auf Hilfe angewiesen zu sein. Und da ich weiß, wie sich so etwas anfühlt, möchte ich nun auch helfen", erzählte die 18-jährige Schülerin. Sie spendete zum ersten Mal. Ihr Vater aber ist schon ein routinierter Spender. "Heute lasse ich mir bereits das 42. Mal Blut entnehmen. Der gute Wille und der Gedanke, anderen helfen zu können, ist meine Motivation", sagte der 54-Jährige stolz.

Insgesamt spendeten 66 Altdöberner Blut und erreichten somit die Zahl von 33 Litern. "Diese Zahlen waren die höchsten, die bisher in Altdöbern erreicht wurden", stellte Andrea Gränitz vom Blutspendedienst Cottbus fest.

Weitere Informationen zum Spendenkonto sowie zur Stammzellenspende gibt es im Internet unter www.stammzellspenderdatei.de oder Telefon 0355 4995240.