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| 02:42 Uhr

Japanische Verse treffen auf Calauer

Japanische Poesie trifft auf Calauer lautet die Ausstellung von Dr. Ursula Winkler im Calauer Info-Punkt. Gezeigt werden Illustrationen und Ausschnitte von Übersetzungen. Bei der Vernissage, am Dienstagabend, führte die Wahl-Calauerin interessierte Besucher durch die Ausstellung.
Japanische Poesie trifft auf Calauer lautet die Ausstellung von Dr. Ursula Winkler im Calauer Info-Punkt. Gezeigt werden Illustrationen und Ausschnitte von Übersetzungen. Bei der Vernissage, am Dienstagabend, führte die Wahl-Calauerin interessierte Besucher durch die Ausstellung. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Calau. "Japanische Poesie trifft auf Calauer" lautet die Ausstellung, die Dienstagabend im Calauer Info-Punkt eröffnet wurde. Bis Ende Mai können Besucher in literarische Kulturgeschichte des Landes der aufgehenden Sonne eintauchen. Uwe Hegewald/uhd1

Allerdings nur in sehr begrenztem Rahmen. Die ausgestellten Verse und Illustrationen können nicht annähernd widerspiegeln, welche faszinierende Geschichte und welche außergewöhnliche Frau sich hinter der Ausstellung verbergen. Vor drei Jahren hat Dr. Ursula Luise Winkler die Stadt Calau zum zweiten Lebensmittelpunkt erhoben. Regelmäßig pendelt sie zwischen der Kleinstadt in der Lausitz und einem abgelegenen Fischerdorf auf Mallorca. "Auf der Insel habe ich zehn Jahre als Allgemeinmedizinerin praktiziert und an der Umsetzung eines langgehegten Wunsches gearbeitet", erzählt sie.

Obwohl Ursula Winkler kein japanisch kann, hat sie sich eine Aufgabe gestellt, die einem Lebenswerk gleichkommt: Die Übersetzung von historischen japanischen Gedichten, von denen einige ein Alter von über 1000 Jahren aufweisen. Eine Sammlung von Werken bedeutender Poeten reicht in das Jahr 1235 zurück.

Bis heute gilt die Sammlung als Pfeiler japanischer Dichtkunst, der im Land einen hohen Stellenwert genießt. Klar habe es deutsche Übersetzer gegeben, die sich der Sache annahmen - jedoch nicht in der angemessenen, vollendeten und korrekten Form, die dieses Werk verdient, hält Ursula Winkler fest. Sie verweist auf den typischen und sich ständig wiederholenden Silbenaufbau, den vorangegangene Übersetzer-Autoren vernachlässigten.

"Mein Ziel war es, 100 Gedichte ins klassische Tanka-Versmaß zurückzuführen. Trotz fehlender Japanisch-Kenntnisse", lässt sie die Vernissage-Besucher wissen. 2005 macht sich die Allgemeinmedizinerin mit abgeschlossener Goldschmiedelehre ans Werk.

Skepsis des Sprachwissenschaftlers Prof. Jens Rickmeyer lässt Ursula Winkler an sich abprallen. Der Japanologe kann und will es sich nicht vorstellen, dass die ursprüngliche Übersetzung trotz Sprachdefizite gelingt. Er selbst hatte eine Übertragung von poetischen Gedichten abgeschlossen, jedoch nicht mit dem ambitionierten und strikten Einhalten der Silbenzahl.

Als ihm Ursula Winkler nach Abschluss ihrer Arbeit ein handgefertigtes Exemplar zukommen lässt, tritt Funkstille ein.

Nach über einem Jahr meldet sich dann Rickmeyer, um der Calauerin mitzuteilen: "Ihre Übersetzung ist besser als meine."