Von Uwe Hegewald

Wenn sich Gleichaltrige mit Computerspielen die Zeit vertreiben, chillen oder dem runden Leder nachjagen, zieht es Max Schmidt hingegen in eine Kraftfahrzeughalle. „Wir treffen uns dort mit Kumpels, um an unseren Autos rumzuschrauben“, erzählt der Neupetershainer, für den ein Leben ohne Automobile nicht mehr denkbar ist. In den zurückliegenden Jahren hat er seine Fertigkeiten perfektioniert und das Hobby zum Beruf gemacht: Kraftfahrzeug-Mechatroniker mit Festanstellung in der Autohaus Schulze GmbH, im Cottbuser Stadtteil Groß Gaglow.

Und was für ein Kfz-Mechatroniker! Beim kürzlich stattgefundenen Leistungswettbewerb der Handwerkskammer Cottbus (HWK) ging Max Schmidt als Jahrgangsbester hervor. „Die HWK nimmt den praktischen Teil ab, bei dem es am Prüfungstag darum ging, an Lehrmotoren Fehler zu finden. Fehler haben die bewusst eingearbeitet, wie etwa versteckte Leitungsunterbrechungen“, blickt der 23-Jährige auf den Prüfungstag in Gallinchen zurück. Eine weitere Aufgabe war das Demonstrieren einer Achsvermessung. Für den Neupetershainer keine wirkliche Herausforderung, ist er doch tief mit der technischen Fahrzeug-Materie vertraut. Momentan „schraubt“ er privat an einem legendären Golf I, dem er ein neues, spritzigeres Leben einhaucht.

„In den Golf der ersten Generation wird ein GTI-Motor (Diesel) aus der Vierer-Serie eingebaut“, erzählt er. Und der passt dort auch rein? „Es wird eng, aber es funktioniert“, so der Tüftler, der die Basis-Karosse seinerzeit von zwei Kumpels zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Zuvor stand der Golf I, Baujahr 1983, satte 15 Jahre ungenutzt in einem Spremberger Garten. Vor fünf Jahren mit der Wiedergeburt des VW-Klassikers begonnen, ist der Oldtimer seit November abgemeldet, um ihm das neue Herz einzupflanzen. Ein nachvollziehbarer Schritt, wollen Max Schmidt und seine Clique doch weiterhin zu VW-Treffen aufbrechen, die sie schon bis nach Österreich führten.

„Nach meiner Ausbildung bei Bosch und MAN, einer Niederlassung der Autohaus Schulze GmbH, habe ich in den Stammbetrieb gewechselt“, blickt der Neupetershainer auf seine noch junge berufliche Laufbahn zurück. Schulisch hießen seine Stationen: Goethe-Grundschule Neupetershain (2010 geschlossen) und das Pückler-Gymnasium in Cottbus. Dass sich Max Schmidt nach dem Fachabitur für eine Lehrausbildung entschieden hat, sieht er pragmatisch. „Als Kraftfahrzeug-Mechatroniker erlernt man quasi zwei Berufe“, so der Jahrgangsbeste, der seit September mit einer Meisterausbildung ein weiteres Mal die Schulbank drückt.

Marita Theile, Bürgermeisterin der Gemeinde Neupetershain, zeigt sich übrigens erfreut, mit Max Schmidt einen „so versierten Techniker“ in ihrer Einwohnerschaft zu wissen. Der 23-Jährige hatte sich auch auf Landesebene für den Leistungswettbewerb der Handwerkskammer Cottbus gemeldet, der jedoch aufgrund mangelnder Bewerber gestrichen wurde.

Nicht so bei den Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk, wo Sarah Richter aus Vetschau im Fach Fleischerei antrat und den Landesmeistertitel in die Spreewaldstadt holte. Ausbildungsbetrieb war die Fleischerei Kadach mit Sitz in Spremberg. Neben Kammersieger Max Schmidt stellte die Autohaus Schulze GmbH mit Laura Stahn auch noch eine Landessiegerin. Die Cottbuserin siegte in der Kategorie „Kauffrau für Büromanagement“.