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Jagd in Bronkow: Fuchs 1 sendet eine Minute

Mit einer Laufzeit von 66 Minuten im ersten und 45 Minuten im zweiten Rennen gewann Anja Hilbert (vorn) nicht nur den Gesamtwettkampf, sondern auch ein Rundflug um die Region Bronkows. Foto: Hegewald/uhd1
Mit einer Laufzeit von 66 Minuten im ersten und 45 Minuten im zweiten Rennen gewann Anja Hilbert (vorn) nicht nur den Gesamtwettkampf, sondern auch ein Rundflug um die Region Bronkows. Foto: Hegewald/uhd1 FOTO: Hegewald/uhd1
Bronkow. Die Flinte hängt im Schrank, das Pferd bleibt im Stall, auch Hunde sind eher selten bei der Fuchsjagd, wie sie auf dem Gelände des Fliegerclub Bronkows stattfand. Die Teilnehmer sind ausschließlich mit Peilempfänger, Karte und Kompass gestartet und durch das Unterholz geklettert. Auf einer Strecke von über 5,7 Kilometern Luftlinie mussten die elf Läufer genau hinhören, um die fünf kleinen versteckten Sender, die Füchse genannt werden, zu peilen. Von Linda Hegewald

"Du störst hier", sage ein Teilnehmer zum Organisator Detlef Klauck. Der Cottbuser nimmt es mit Humor weil er weiß, dass es sich hierbei nicht um seine Person geht, sondern um seinen Computer, der den Läufer am Startpunkt beim Peilen der gesendeten Morsecodes in den Ohren rauscht. Jeweils abwechselnd für eine Minute sendet jeder der fünf Füchse, um danach vier Minuten in die Sendepause zu gehen. Unterschiedliche Lautstärke der Sender, die Art des Geländes, des Wetters und die eigene Kondition sind ausschlaggebend für ein schnelles oder langsames Auffinden der Füchse. "Das flache Gelände birgt Vorteile für die Orientierungsläufer, da die Sender aus zehn Metern Entfernung zu sehen sein müssen", so Detlef Klauck. Trotzdem rechne er nicht mit einer Laufzeit von unter einer Stunde bei der über 5,7 Kilometer langen Strecke, da das Gelände durch Abholzung verwildert ist.

Am Ende sollte der Cottbuser Recht behalten. Den ersten Peilwettbewerb im Kurzwellenbereich gewann Anja Hilbert mit einer Laufzeit von 66 Minuten und stach somit ihre männliche Konkurrenz aus. Auch im zweiten Lauf im Ultrakurzwellenbereich mit dem 2-Meter-Band ging die erfahrene Läuferin als Siegerin hervor.

Mitorganisatorin Ute Sprecher könne leider niemals an einer Fuchsjagd teilnehmen. "Ich habe überhaupt keine Orientierung. Mein Mann weiß zum Glück immer, wo wir hin müssen", sagte sie und kümmere sich lieber um die fürsorgliche Verpflegung aller Teilnehmer. Obwohl die Saison der Fuchsjäger schon vorbei ist, zeigten sich die Organisatoren sehr zufrieden mit der Teilnehmeranzahl. "Mit der heutigen Jagd in Bronkow findet zum ersten Mal in diesem Jahr ein Wettkampf in Brandenburg statt", erklärte Detlef Klauck. Der Fliegerclub biete tolle Bedingungen und ein gutes Objekt, so dass weitere Fuchsjagden in den kommenden Jahren geplant sind.

Wettkampfsieger des Tages wurde Anja Hilbert und bekam bei der Ehrung einen Spuckbeutel überreicht. Dieser galt als Vorsichtsmaßnahme für den eigentlichen Siegerpreis, einen Rundflug über Bronkow und Umgebung.

Den zweiten Platz im Gesamtwettbewerb holte sich der Dresdener Sven Henke vor Dauerrenner Gerald Eichler, der Dritter wurde.