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Investor stellt Bauantrag für kaiserliche Postagentur in Raddusch

Das um 1900 erbaute ehemalige Gasthaus Poetsch in Raddusch war Gasthaus und zugleich eine kaiserliche Postagentur.
Das um 1900 erbaute ehemalige Gasthaus Poetsch in Raddusch war Gasthaus und zugleich eine kaiserliche Postagentur. FOTO: Jan Augustin
Raddusch. Für das ehemalige Gasthaus Poetsch in Raddusch, in dem einst auch die kaiserliche Postagentur untergebracht war, haben die Investoren jetzt einen Bauantrag gestellt. Das teilt Vetschaus Bauamtsleiter Sven Blümel mit. Jan Augustin

Hinter der vor einem halben Jahr gegründeten Kaiserlichen Postagentur Raddusch GmbH stehen drei Gesellschafter aus Berlin. Sie wollen das um 1900 erbaute zweigeschossige Gebäude in der Dorfstraße 18 sanieren und zu einem Mietshaus für Wohn- und Büroräume sowie einer Appartementanlage als Bed & Breakfast umbauen, wie aus einem Konzept hervorgeht. "Die Sanierung kann man nur begrüßen", sagt Sven Blümel. Wann und wie lange gebaut werde, wisse er nicht.

Trotz der positiven Einstellung zum Projekt hätte es fast einen Disput gegeben. Laut erstem Entwurf sollte in der Mitte des Hauses ein aus der Treppe verlängerter fast acht Meter hoher Aussichtsturm ragen, was bei der Stadtverwaltung nicht auf Gegenliebe stieß: "Das ist aus unserer Sicht nicht geboten", sagte Sven Blümel dazu im jüngsten Tourismusausschuss. Gäste des Hauses hätten so einen freien Blick in die benachbarten Gärten. Doch ist dieses Vorhaben offenbar wieder vom Tisch. Das Planungsbüro habe in der jüngsten Radduscher Ortsbeiratssitzung eine Variante vorgestellt, die statt der Plattform eine Gebäudehülle für technische Gegenstände vorsieht, teilt die Verwaltung auf Anfrage mit.

Laut Konzept planen die Investoren, das Haupthaus als Wohnraum zu nutzen. Im Erdgeschoss sollen Arbeitsräume entstehen. Das bisherige Ladengeschäft soll als Empfangsraum gestaltet werden. Bei Bedarf könne es saisonal auch als kleines Café eingerichtet werden. Im hinteren Teil sollen die Ställe zu Ferien-Suiten umgebaut werden. Der Saal soll zweckdienlich renoviert und exklusiv für geschlossene Gesellschaften als Veranstaltungsort genutzt werden, sodass keine Konkurrenz mit den bestehenden Saalkapazitäten im Ort entstehe. Weiter heißt es in dem Konzept: "Die Betreiber haben großes Interesse daran, ihre Nutzungskonzepte kooperativ mit lokalen Anbietern zusammen umzusetzen."