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Investor-Idee erschreckt Vetschauer

Vetschau. Der Vetschauer Kulturhausplatz muss weiter warten. Mit einer Einzelhandelsfläche von insgesamt weit mehr als 3000 Quadratmetern im Entwurfsplan hat sich der Wirtschaftsausschuss überrumpelt gefühlt. Jetzt muss neu geplant werden. Hannelore Kuschy

"So nicht!" Die Mitglieder des Vetschauer Wirtschaftsausschusses haben die Reißleine gezogen. Die Pläne des Investors für den Kulturhausplatz passen so gar nicht zu ihren Vorstellungen. Sie sahen sich mit mehr als 3000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche konfrontiert. Allein der Lebensmittelmarkt soll eine Fläche von 2300 Quadratmetern belegen. Grundstücksverwalter Helmut Schmid aus Quickborn erklärte gegenüber der RUNDSCHAU, dass er mit Rewe Verhandlungen führe. Dessen Vertrag für den jetzigen Markt an der Thälmannstraße laufe in diesem Jahr aus. Zum Vergleich: Der Rewe-Markt am Roten Platz in Lübbenau ist 1350 Quadratmeter groß. Auf den Kulturhausplatz sollen weiterer Einzelhandel, ein Tagescafé und mehr als 100 Parkplätze entsteht. Ansässige Händler fürchten zusätzliche Konkurrenz in ihrer Nachbarschaft. Was jedoch fehlt, so die Abgeordneten, sind Parkplätze für Friedhofs-Besucher - so wie es gefordert war.

Die Abgeordneten wehrten sich, mit diesem Entwurf das Planverfahren in Gang zu bringen. Winfried Böhmer (Bündnisgrüne) nannte die Idee des Investors "kühn", die in dieser Form alles Gewollte auf den Kopf stelle. "Wir müssen den Plan nicht holterdiepolter durchwinken". Schützenhilfe bekam er von Ronald Hauck, sachkundiger Einwohner. "Wir haben jetzt genau das, was wir nicht wollten", sagte er und warf Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) vor, die Abgeordneten mit dem Rewe-Umzug zum Kulturhausplatz gedrängt und sie damit "über den Tisch gezogen" zu haben. Vetschau sei überbelegt mit Einzelhandel. Dem widersprach das Stadtoberhaupt. "Mit der Einzelhandelsfläche bewegt sich Vetschau leicht unter dem Landesdurchschnitt." Und die Absicht des Rewe-Konzerns, Vetschau notfalls zu verlassen, liege Schwarz auf Weiß vor, ergänzte Andreas Malik (CDU). Erschrocken über den Entwurf zeigte sich auch Mandy Brauer (Die Linke). Werner Buchan (SPD) machte deutlich: "Diese Planung widerspricht den Vetschauer Interessen." Auf eine Veränderung drängte zudem Ulrich Lagemann (WGO) und mahnte außerdem einen gebührenden Abstand zum Friedhof und zum benachbarten Grundstück an.

Der Planentwurf muss nun überarbeitet werden und soll noch einmal im Wirtschaftsausschuss behandelt werden.

Zum Thema:
Vorgesehen war, dass der Entwurf des Bebauungsplans "Am Kulturhaus" im Wirtschaftsausschuss gebilligt und dem Hauptausschuss zur Beschlussfassung empfohlen wird. Für die Sitzung der Stadtverordneten am 2. Juli steht er noch auf der Tagesordnung. Der Wirtschaftsausschuss kommt zu seiner nächsten regulären Sitzung erst nach der Sommerpause am Montag, 31. August, zusammen.