| 02:32 Uhr

Indischer Besuch zu Gast auf der Slawenburg

Shikha Jain (m.) im Gespräch mit Harriet Bönisch (r.) und Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos).
Shikha Jain (m.) im Gespräch mit Harriet Bönisch (r.) und Vetschaus Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). FOTO: D. Friedrich
Raddusch. Internationalen Besuch ist man auf der Slawenburg Raddusch inzwischen gewöhnt. Aber Gäste aus Indien, zumal die Präsidentin des indischen National- und Wissenschaftskomitees, – das gibt es nun wirklich nicht alle Tage. Daniel Friedrich

Entsprechend geehrt empfing Harriet Bönisch, Kuratorin der Slawenburg-Anlage, kürzlich Shikha Jain. Sie war anlässlich eines Gastvortrages an der BTU Cottbus-Senftenberg in der Region. Die promovierte Architektin arbeitet in ihrem Heimatland an zahlreichen Denkmalschutz-Projekten, unter anderem in der Abteilung für die Erhaltung des kulturellen Erbes der Menschheit bei der UNESCO im indischen Kulturministerium. "Ich freue mich, auf meiner Deutschlandreise eine der ungewöhnlichsten Rekonstruktionsanlagen persönlich anschauen zu können. Es ist interessant zu sehen, wie hier diese historische Anlage aufgebaut und das Leben von damals nachempfunden wird", erzählt Shikha Jain. Bei der Führung durch das Museum fachsimpelt sie mit Harriet Bönisch über die Rekonstruktion der Burg und lässt sich erklären, warum man sich aus archäologischer Sicht für eine Adaption der Wehranlage entschieden hat.

"Der Besuch von Frau Jain hat gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen", resümiert Ausstellungsleiterin Bönisch nach dem Rundgang. Der Austausch mit internationalen Kollegen zur Denkmalpflege sei wichtig, um sich des Stellenwerts bewusst zu werden. "In Indien wird sehr viel in diesem Bereich getan. Da herrscht ein ganz anderes Verständnis von der Bewahrung alter Kultur."

Hans Rudolf-Neumann, deutscher Vertreter der internationalen Initiativen zum Schutz von Denkmälern, regte bei den Gesprächen eine Aufnahme der Slawenburg in das EU-Projekt "Forte Cultura" an. Darin befinden sich bereits zahlreiche Festungsmonumente zwischen Ostsee und Adria, so unter anderem die Stadtfestung Danzig, die Zitadelle Petersburg in Erfurt und der Oder-Warthe-Bogen. Alle Orte sind clusterartig durch eine Kulturroute verbunden.