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In Museen kommt Bewegung

Saisoneröffnung im Lehder Freilandmuseum. In diesem Jahr soll es dabei mehr zu entdecken geben.
Saisoneröffnung im Lehder Freilandmuseum. In diesem Jahr soll es dabei mehr zu entdecken geben. FOTO: Bernd Marx/bdx1
Lübbenau/Lehde. Neu geordnet und um ein Haus im Randgebiet erweitert soll sich 2016 das Freilandmuseum in Lehde den Besuchern präsentieren. Das Spreewaldmuseum in Lübbenau indes bekommt im neuen Jahr Besuch von zwei guten Bekannten, die länger bleiben wollen. Daniel Preikschat

Sandmann und Micky Maus haben derzeit im Museum Schloss und Festung Senftenberg jede Menge Besucher. Beide sind die Galionsfiguren einer Spielzeugwelten-Ausstellung, die Einblicke gewährt in das Kinderangebot in Ost- und Westdeutschland. Playstation und Trabi-Tretauto, Barbie-Puppe und erzgebirgisches Holzspielzeug stehen hier nebeneinander. Vor allem die Möglichkeit des Vergleichens, aber auch der Wiedererkennungswert, vermutet Museumsdirektor Stefan Heinz, dürften schon in den ersten zwei Wochen nach Eröffnung der Ausstellung Tausende Besucher ins Museum gezogen haben. Mal abgesehen davon, dass Museen zur Weihnachtszeit grundsätzlich besser besucht sind.

Mitte Mai nun zieht die Ausstellung um ins Spreewaldmuseum in Lübbenau, so Heinz. Zu einer Zeit, in der sich die Spreewaldstadt wieder mit Touristen aus Ost und West zu füllen beginnt. Viel Besucherpotenzial erhofft sich der Museumsdirektor davon. Was indes auch für das Freilandmuseum im Ortsteil Lehde gelten sollte. Es öffnet am Karfreitag, weil Ostern in diesem Jahr schon recht früh im Kalender steht. Mitte Mai jedoch erst können Besucher auch das Kittlitzer Haus im Randgebiet des Museums betreten.

Komplett überarbeitet

Zwei Jahre konnte es nicht genutzt werden. Nun sollen sich in den Räumen Einblicke in das traditionelle Handwerk eröffnen. Wie überhaupt die Geschichte des Handwerks auf dem Land im Lehder Museum künftig besser erlebbar dargestellt werden soll, kündigt Stefan Heinz an. "Wir werden die gesamte Ausstellung komplett überarbeiten." Bisher vernachlässigte Zeitepochen sollen dabei berücksichtigt werden. Das Leben der Bewohner von Lehde im Jahr 1850 oder von Burg im Jahr 1910 soll anschaulich gemacht werden.

Damit folgt das Museum dem Konzept des Kulturlandes Brandenburg für 2016. "Handwerk zwischen gestern und übermorgen" lautet die Überschrift. Die Museen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz profitierten dabei auch von finanziellen Zuweisungen. In den drei Einrichtungen in Lübbenau, Lehde und in Raddusch, erklärt der Museumsdirektor, sollen die Angebote aufeinander aufbauen und ein Ganzes ergeben. Die Handwerksgeschichte der Frühzeit könne in der Slawenburg gut aufbereitet werden, die sich anschließenden Zeitalter dann in Lübbenau und Lehde. Wobei im Spreewaldmuseum das städtische, im Freilandmuseum das ländliche Handwerk im Fokus steht. Gute Kahnbauer, nennt Stefan Heinz ein Beispiel, fanden sich früher sicher eher auf dem Dorf, Böttchermeister dagegen eher in der Stadt.

17. Ostereiermesse

Das Komplettangebot der drei Museen soll für die Besucher auf einer Karte auf einen Blick klar ersichtlich sein. Auch an eine Rabattierung werde gedacht, wenn alle drei Standorte besucht werden, sagt Heinz, der ganz klar einen Trend erkennt: "Die Halbwertszeit von Ausstellungen wird immer geringer." Schneller als früher dürsteten Museumsbesucher nach neuen Anreizen. Dem wolle man nachkommen.

Ohne dabei jedoch das Beliebt-Altbewährte hinten runter fallen zu lassen. So sei die nun 17. Lübbenauer Ostereiermesse am 27. und 28. Februar in Vorbereitung. Wieder kann dabei den Ausstellern über die Schulter geschaut werden, wenn sie im Spreewaldmuseum ihre filigranen, kunstvoll gestalteten Eier fertigen. Die farbenfrohen Erzeugnisse deutscher und sorbischer Ostereierkunst stimmen auf die Festtage ein. Darauf, so Stefan Heinz, wollen die Museumsbesucher nicht verzichten. Und das müssten sie auch nicht.