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In Calau werden sogar die Denkmäler verrückt

Das Kreiskriegerdenkmal in Calau muss dem Neubau des Kreisels weichen und wird im April umgesetzt.
Das Kreiskriegerdenkmal in Calau muss dem Neubau des Kreisels weichen und wird im April umgesetzt. FOTO: H. Kuschy
Calau. Das Kriegerdenkmal gegenüber dem Calauer Kreishaus wird voraussichtlich im April auf seinen neuen Standort umgesetzt. Im Anschluss soll damit begonnen werden, den fünfarmigen Kreisverkehr an der Karl-Marx-Straße, Gottschalk- und Anwandterstraße zu bauen. Hannelore Kuschy

Der Landesbetrieb Straßenwesen sieht dafür rund 1,1 Millionen Euro vor. Calau hat etwa eine halbe Million Euro eigenes Geld beizusteuern.

Für die Umsetzung des Kreiskriegerdenkmals gab es vor wenigen Tagen die erste Bauberatung. Wie Bürgermeister Werner Suchner mitteilt, muss zunächst die Eiche auf dem neuen Standort gefällt werden. Von der ersten Märzwoche an soll unter archäologischer Begleitung mit den Schachtarbeiten für das Fundament begonnen werden. Das nimmt voraussichtlich sechs Wochen in Anspruch, denn ein Zugang zum Kreisgelände muss ebenfalls geschaffen werden. Mit einem Kran soll nach jetzigem Plan am 18. April das gesamte Denkmal in einem Schwung versetzt werden.

Was sich nicht ausgesprochen witzig anhört, ist tatsächlich Bestandteil des Calauer Witzerundwegs. Denn das Kriegerdenkmal wird nicht zum ersten Mal verrückt. Auf Beschluss des Kreistages wurde es zum Gedenken an die Gefallenen der Bismarckschen Einigungskriege von 1864, 1866 und 1870/71 im Jahr 1878 auf dem alten Friedhof vor dem Cottbuser Tor errichtet. Wie es auf der Witzetafel steht, war es nach dem Entwurf des Architekten Vollmer von dem Döbelner Bildhauer Engelhardt gefertigt worden.

1901 musste das Kriegerdenkmal dem Neubau des Kreishauses weichen und erhielt an der Ecke Altnauer und der damaligen Schützenstraße seinen heutigen Platz. "Auf den vier Syenith-Tafeln", heißt es dort, "findet man die Namen der im Feindesland Gefallenen oder Gestorbenen aus allen Gemeinden des Kreises." Nach mehr als Hundert Jahren nun muss das Kriegerdenkmal seinen Standort erneut verlassen - für den Kreisverkehr. Stehen wird es künftig am Kreishaus zur Karl-Marx-Straße hin.