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Schloss und Park Altdöbern
Im Orchester der Großen mitspielen

Prokurist Jürgen Klemisch (links, hier bei einer Führuzng)) zählt seit vielen Jahren zu den Ansprechpartnern der Brandenburgischen Schlösser GmbH für das Altdöberner Schloss und seinen Park. Im vergangenen Jahr informierte er Mitglieder der Landes-Architektenkammer zu den bereits erfolgten und bevorstehenden Arbeiten am Schloss.
Prokurist Jürgen Klemisch (links, hier bei einer Führuzng)) zählt seit vielen Jahren zu den Ansprechpartnern der Brandenburgischen Schlösser GmbH für das Altdöberner Schloss und seinen Park. Im vergangenen Jahr informierte er Mitglieder der Landes-Architektenkammer zu den bereits erfolgten und bevorstehenden Arbeiten am Schloss. FOTO: Uwe Hegewald
Altdöbern. Der Park Altdöbern mit dem Schloss tritt dem Europäischen Parkverbund Lausitz bei.

Dem Altdöberner Schloss- und Parkensemble steht ein bewegendes Jahr bevor. Bereits am Samstag, 24. Februar zieht es eine Delegation um Altdöberns amtierende Amtsdirektorin Katrin Peter und dem im Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus zuständigen Boris Aehnelt nach Forst (Lausitz). Dort wird Altdöbern gemeinsam mit weiteren Anwärtern zu den neuen Mitgliedern zählen, die im feierlichen Rahmen in den Europäischen Parkverbund Lausitz aufgenommen werden.

„Das ist eine wichtige und vielversprechende Sache für unsere Gemeinde und für das Amt Altdöbern“, betont Katrin Peter. „Uns bietet sich die Chance, im Kreis anderer, bedeutender Parkanlagen Aufmerksamkeit zu erlangen. Wir sollten diese Chance nutzen“, so die „Mehrfachchefin“, die im Amt auch das Ordnungs- und Bauamt leitet.

Bereits im September des vergangenen Jahres hatten sich die Mitglieder des 2010 gegründeten Parkverbundes darüber verständigt, neue Partner aus Deutschland und Polen zu integrieren. Fünf neue sollen aufgenommen werden. Neben dem Schlosspark Altdöbern sind es die barocken Parkanlagen im sächsischen Neschwitz, der Rhododendronpark Kromlau sowie der Park Zatonie in Zielona Gora und der Schlosspark Zagan, beide östlich der Neiße.

Dass Altdöbern den Zuschlag erhalten hat, wo das verbindende Motto doch „Von Brühl bis Pückler“ lautet, ist auf zwei bedeutende Persönlichkeiten zurückzuführen, die in Altdöbern gewirkt haben: Carl Heinrich von Heineken (1707 bis 1791) und Eduard Petzold (1815 bis 1891). Heineken war Sekretär des Grafen Brühl und lebte nach seinem angeordneten Wegzug aus Dresden in Altdöbern. Er habe nicht nur Brühl, sondern auch sein Schloss in der Lausitz mit barocken Kunstwerken ausgestattet.

Der Schlosspark Altdöbern ist eng mit dem Namen Eduard Petzold verknüpft, der wiederum Garteninspekteur bei Pückler war und als sein Meisterschüler galt. Aufgrund der Verbindungen spielt Altdöbern ab diesem Jahr mit im Orchester klangvoller Namen wie Schloss und Park Branitz, der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau, der Rosengarten Forst und der Brühlsche Schlosspark Brody (Pförten).

Die Musik spielt aber auch in den zum Schlossensemble zugehörenden Gebäuden hörbar weiter. Wie Jürgen Klemisch, Prokurist der Brandenburgischen Schlösser GmbH (BSG) der RUNDSCHAU mitteilt, sei man bei den Restaurationsarbeiten im Marmorsaal des Barockschlosses auf der Zielgeraden eingebogen. Mit dem Gutshof und dem Gärtnerhaus Markt 5 nimmt die BSG, eine Tochter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, zwei weitere Objekte in die Hand. „Beim Gärtnerhaus soll noch in diesem Jahr mit der Dachsanierung begonnen werden“, kündigt Jürgen Klemisch an. Im Gärtnerhaus, dem späteren offiziellen Sitz des Amtsvorstehers, war von 1926 bis 1942 die Kreissparkasse untergebracht.

Richtig zur Sache geht es auf dem nicht öffentlich zugänglichem Gutshof. „Von 2018 bis 2020 soll das Objekt umfassend saniert werden. Mit einem Investitionsvolumen von 2,9 Millionen Euro aus der Leader-Förderung stellt das Projekt das ambitionierteste Vorhaben im Amtsgebiet Altdöbern dar. Eine teilweise spätere Nutzung ist formuliert und bestätigt. So soll die Jugendbauhütte der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) dort dauerhaft ihren Standort finden und auch der Bauhof der Gemeinde Altdöbern Quartier beziehen. „Der Schritt ist nur folgerichtig“, bemerkt Jürgen Klemisch und macht das an der ohnehin seit mehreren Jahren praktizierten, kooperativen Zusammenarbeit von Bauhof und den Parksanierern des Jugendbauhofes fest.