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Ehrenamt
Im Dauereinsatz für ihre Stadt

Bürgermeister Helmut Wenzel (r.) und Rathaus-Mitarbeiterin Antje Kaczmarek (l.) bedankten sich bei den Ehrenamtlern Kurt Vorwachs, Günter Eckert, Harry Neupötsch, Lutz Neupötsch und Marita Schultz (v.l.).
Bürgermeister Helmut Wenzel (r.) und Rathaus-Mitarbeiterin Antje Kaczmarek (l.) bedankten sich bei den Ehrenamtlern Kurt Vorwachs, Günter Eckert, Harry Neupötsch, Lutz Neupötsch und Marita Schultz (v.l.). FOTO: Elisabeth Jente / Stadt Lübbenau
Lübbenau. Lübbenau ehrt sechs Ehrenamtliche – sie engagieren sich auf die vielfältigste Weise.

In diesem Jahr wäre es im Bürgermeisterbüro zu eng geworden. Das üppige Dankeschön-Frühstück musste im Sitzungsaal serviert werden – so viele tüchtige Helfer der Stadt hatten es sich in diesem Jahr verdient. Dabei machten die sechs Lübbenauer, die gestern vor Schalen mit belegten Brötchen und Tassen mit dampfendem Kaffee Platz nahmen, allein durch ihre Anwesenheit deutlich, auf welch breiter Basis in der Spreewaldstadt ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. Denn nebeneinander saßen da Chorsängerin und Dorfverschönerer, Holzschnitzmeister, Tischtennistrainer und Schulförderin.

Es sei ihnen nicht leicht gefallen, die Auswahl zu treffen, so Rathaus-Mitarbeiterin Antje Kaczmarek. Da doch einige gute Vorschläge gemacht wurden, wen der Bürgermeister in diesem Jahr einladen könnte. Marita Schulz etwa, Vorstandsvorsitzende des Kittlitzer Chormix 71, hatte Ortsvorsteher Hartmut Schlosshauer im Rathaus zu Recht angepriesen. Dank auch der engagierten Sängerin mit dem Organisationstalent habe das Ensemble keine Nachwuchsprobleme. Welcher Chor könne das von sich behaupten, hieß es bei dem Frühstück. Die vielen Auftritte im Raum Lübbenau belegen überdies, wie gut auch das Klima unter den Sängern sein muss.

Für ein gutes Klima sorgt auch Günter Eckert – und zwar im Lübbenauer Ortsteil Klein Radden. Der ehemalige, langjährig aktive Feuerwehrmann organisiert im Dorf die regelmäßigen Putzaktionen, bereitet Veranstaltungen mit vor und ist stets Ansprechpartner für Dorfbewohner, die ein Problem haben.

Schon rekordverdächtig lange ehrenamtlich aktiv ist Harry Neupötsch. Seit 1959, erzählte der 82-Jährige gestern, sei er Übungsleiter bei der TSG Lübbenau, beziehunsgweise Trainer. Wobei da auch Eigennutz eine Rolle spiele. Tischtennis-Sport halte jung und mache reaktionsschnell. „Ich glaube, ohne meine Reaktionsschnelligkeit wäre ich im Straßenverkehr schon längst ums Leben gekommen.“ Sohn Lutz, mit seinen 52 Jahren auch schon seit 40 Jahren Tischtennisspieler und bei der TSG Abteilungsleiter, will die Jagd nach dem kleinen, weißen Ball ebenfalls nicht missen: Ballgefühl und Koordinationsvermögen werden dabei enorm verbessert.

Immerhin schon seit der Wende im Ehrenamt ist der 82-Jährige Kurt Vorwachs. Der gelernte Tischler und Fachlehrer für Werkunterricht kann aus Holz fast alles machen, am liebsten jedoch Spreewaldtypisches wie zum Beispiel Brücken, Heuschober, Fischkästen oder Fließbrücken im Miniaturformat. Seit der Wende vermittelt der Lübbenauer sein handwerkliches Können in der Technikschule, derzeit immer montags von 15.30 Uhr bis 17 Uhr.

Elisabeh Jente erinnert sich, das auch ihre Jungs schon bei Kurt Vorwachs gewerkelt haben. Mitunter entdecke der Lübbenauer Talente in der Kreativwerkstatt des Spreewaldateliers und lädt sie zu sich ein. Luis Borschke sei so jemand gewesen, erzählt er. Jetzt sei auch seine jüngere Schwester Paula bei ihm.

Die sechste und jüngste im Bunde der gewürdigten Ehrenamtlichen war gestern Sandra Müller. Sie trägt bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit die vielleicht größte Verantwortung. Denn als Vorstandsvorsitzende im Förderverein der Jenaplanschule ist sie hier auch für die Geschäftsführung verantwortlich. Der Verein fördert Kita und Hort im Jenaplanhaus. Die Eltern sehen die Lübbenauerin als „Vorbild und Bereicherung“, hieß es gestern.

Mit Frühstück, Blumenstrauß und kleinem Präsent hat die Stadt Lübbenau dem Ehrenamtler-Sextett gestern nun also Danke gesagt. Absicht sei aber auch, so noch einmal das Augenmerk zu lenken darauf, wie aufwendig ehrenamtliche Arbeit ist. Und wie wenig sie beachtet wird. „Das sieht keiner“, sagte Elisabeth Jente.

Einen Blick dafür bewahrt aber haben sich zumindest diejenigen, die im Rathaus die sechs Ehrenamtlichen zur Würdigung vorgeschlagen haben. Menschen, die nah dran sind an ihnen. So ist Jean Meyer selbst Mitglied im Jenaplanhaus-Förderverein. Manfred Mrose blieb als Ortsvorsteher in Radden die Helfertätigkeit von Günter Eckert ebenso wenig verborgen wie dem AWO-Ehrenvorsitzenden Christoph Eigenwillig die Arbeit des Handwerkers Kurt Vorwachs mit Kindern und Jugendlichen.