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| 20:02 Uhr

Illegale Abfallentsorgung im Naturschutzgebiet
Igitt: Bei Ragow werden wieder benutzte Windeln am Straßenrand entsorgt

 Zum wiederholten Mal werfen Unbekannte Windelabfälle an den Straßenrand, hier rund 300 Meter vor dem Ortseingang Ragow aus Lübben kommend (L 49) an einer Einfahrt zum Wanderweg, der als Naturschutzgebiet gekennzeichnet ist. Untere Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde, Ordnungsämter und Straßenmeisterei sind alarmiert.
Zum wiederholten Mal werfen Unbekannte Windelabfälle an den Straßenrand, hier rund 300 Meter vor dem Ortseingang Ragow aus Lübben kommend (L 49) an einer Einfahrt zum Wanderweg, der als Naturschutzgebiet gekennzeichnet ist. Untere Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde, Ordnungsämter und Straßenmeisterei sind alarmiert. FOTO: Sandra Pengel
Lübbenau/Ragow. Erneute Schweinerei an der L 49: Seit einigen Wochen werfen Unbekannte Beutel mit Babywindel-Resten an den Straßenrand. Das gleiche gab es schon mal im April 2018. Der Landkreis schlägt Alarm. Von Rüdiger Hofmann

Das Problem stinkt langsam zum Himmel: Zum wiederholten Mal werfen unbekannte Täter an der L 49 zwischen Lübben und Lübbenau nahe Ragow (Ortsteil von Lübbenau) ihre Windelabfälle an den Straßenrand – dieses Mal mitten im Naturschutzgebiet nördlich des Naturparks Niederlausitzer Landrücken. Die Untere Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz ist nun durch die RUNDSCHAU auf das wiederkehrende Problem aufmerksam geworden.

„Nach Kenntnisnahme der erneuten illegalen Abfallentsorgung hat die Behörde unverzüglich Kontakt zum zuständigen Ordnungsamt sowie der Straßenmeisterei in Lübben aufgenommen“, sagt Theresa Pusch von der Pressestelle des OSL-Landkreises. Dort sei das Problem bereits bekannt. „Die Windeln werden nun sukzessive vom zuständigen Baulastträger eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt“, so Pusch. Eine Abfallablagerung, in diesem Fall Windeln, sei für den Umweltaspekt in keiner Form akzeptabel, teilt der Landkreis mit. Im April 2018 gab es bereits ähnliche Vorfälle.

Wo kommt der Abfall her?

Damals hatten Unbekannte die Windelabfälle ihrer Babys in Größenordnungen achtlos an den Straßenrand geworfen. Betroffen waren Straßenabschnitte der L 49 am nördlichen Ortsausgang von Ragow nahe dem Wäldchen sowie in südlicher Richtung auf der Lübbener Straße. Verursacher unbekannt. Die steigenden Temperaturen führten zu einer Geruchsbelästigung. „Bei den winterlichen Temperaturen ist das zwar aktuell unbedenklich. Dennoch ist eine Verschleppung durch Wild oder Vögel denkbar“, so Pusch. Abfall (in dem vorliegenden Fall benutzte Windeln) ist gemäß Kreislaufwirtschaftsgesetz ordnungsgemäß und schadlos zu entsorgen. Dass die Abfälle eventuell von der nahen Kita „Villa Sonnenschein“ aus Ragow stammen, darüber liegen der Behörde keine Hinweise vor.

Allgemein gilt: Bei illegal entsorgten Abfällen, die der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde angezeigt werden, wird zunächst der Grundstückseigentümer oder der Verursacher ermittelt. Dieser wird anschließend aufgefordert, den Müll zu entsorgen. „Kommt er der Aufforderung zur Entsorgung wiederholt nicht nach oder ist der Eigentümer nicht ermittelbar, so wird durch den Landkreis der zuständige Abfallentsorgungsverband mit der Entsorgung beauftragt“, teilt die OSL-Pressestelle mit. Die Kosten dafür trägt der Eigentümer, sofern er bekannt ist. „In besonderen Fällen kann die Behörde auch sofort eingreifen und den Müll über den Abfallentsorgungsverband entsorgen lassen“, sagt Pusch. Die Höhe der Entsorgungskosten richtet sich dabei nach Umfang und Art des Abfalls.

Bußgeld von bis zu mehreren Tausend Euro

Im vorliegenden Sachverhalt handelt es sich laut Behörde um eine Ordnungswidrigkeit. Ob Verwarngeld oder Bußgeld drohen, hängt von Menge und Art – gefährlich oder nicht gefährlich – der illegal entsorgten Abfälle ab. „Im aktuellen Fall ist der Müll als nicht gefährlich einzustufen“, teilt Stefanie Hille, Sachgebietsleiterin von der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde mit. Sollte jemand auf frischer Tat ertappt werden, kann er je nach Art und Umfang des entsorgten Mülls mit einem Verwarngeld von mindestens 25 Euro bis hin zu einem Bußgeld von mehreren Tausend Euro rechnen.

Doch was kann getan werden, um das Problem dauerhaft einzudämmen? „Die Sensibilisierung der Bürger sowie das Pflichtbewusstsein jedes Einzelnen, dass Abfälle nicht am Straßenrand entsorgt werden“, so Theresa Pusch. „Eine Vorbildfunktion für unsere Kinder sowie die Vermeidung von möglichen Nachahmern sollte Anspruch genug sein, die eigenen Abfälle entsprechend den vorhandenen Möglichkeiten zu entsorgen.“

Die Müllgebühren seien im Landkreis Oberspreewald-Lausitz seit Jahren stabil. Illegale Müllablagerungen können sich perspektivisch auf die Gebühren niederschlagen. Somit appelliert Stefanie Hille an alle, den eigenen Abfall in den entsprechenden Restmüll-, Wertstoff- und Papiertonnen zu entsorgen. „Alle weiteren anfallenden Abfälle können bei den Annahmestellen und/oder Wertstoffhöfen der Abfall­entsorgungsverbände entsorgt werden.“