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| 02:50 Uhr

"Ich habe diese Schule schätzen gelernt"

Lübbenau. Was macht man mit einem Abitur von 1,0? Diese Frage können sich fünf Abiturienten des Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasiums stellen. Jetzt müssen sie entscheiden, wie es weitergeht. Franziska Minkner/fmi1

Da hat sich das Lernen doch gelohnt: Fünf Abiturienten des Paul-Fahlisch-Gymnasiums haben die Sekundarstufe II mit einem Notenschnitt von 1,0 abgeschlossen. "Das hat wahrscheinlich keiner von uns erwartet", erzählt die Abiturientin Vanessa Jordan-Heinrich. Sie, Timo Bielitz, Jonas Zuber, Eva Klose und Jonas Noack haben nun die Qual der Wahl. Mit diesem Abschluss stehen ihnen wohl alle Türen offen. Eins wissen die 18-Jährigen schon: Sie wollen studieren. Der Einzige, der bereits weiß, wo es für ihn nach dem Abitur hingeht, ist Timo Bielitz. Er hat während der Weihnachtstage seinen Arbeitsvertrag bekommen. "Ich werde ab dem 1. Juli zur Luftwaffe gehen und eine 13-jährige Offizierslaufbahn einschlagen." Bei der Bundeswehr wolle er Mathematical Engineering, eine Kombination aus verschiedenen Ingenieurwissenschaften, studieren.

Jonas Zuber möchte gerne Lehrer für die Oberstufe werden. Bei der Wahl seiner Fächer sei er sich jedoch noch nicht sicher. "Ich könnte mir Englisch und Biologie gut vorstellen." Am liebsten möchte er an einer der Universitäten in Berlin oder Potsdam studieren. Nach dem Studium würde er es durchaus in Betracht ziehen, nach Lübbenau zurückzukehren und am Paul-Fahlisch-Gymnasium zu unterrichten. "Ich habe diese Schule schätzen gelernt", sagt er.

Eva Klose strebt ein Medizinstudium an. "Ich möchte zusammen mit einer Freundin studieren, deshalb werde ich abwarten, wo sie angenommen wird." Sie hoffe jedoch auf Jena, Kiel oder Leipzig.

An die BTU nach Cottbus oder Senftenberg will keiner von ihnen. Sie sei laut Jonas Zuber zwar gut aufgestellt, "aber einfach zu nah und etwas zu klein", sagt Vanessa Jordan-Heinrich. Sie möchte nach dem Abi erst einmal auf eigenen Füßen stehen und was Neues sehen.

Eva Klose will nach dem Studium aber zu ihrer Familie nach Egsdorf oder in dessen Umgebung zurückkehren.

Während der anstrengenden Lernphasen wurden die Abiturienten von ihren Eltern unterstützt. Timo Bielitz erinnert sich: "Manchmal hat meine Mutter meine Aufsätze Korrektur gelesen." Bei Vanessa Jordan-Heinrich haben ihre Eltern für kleine Auszeiten vom Lernen gesorgt, damit sie den Kopf wieder freibekam.

Aber auch untereinander halfen sie sich. Eva Klose und Timo Bielitz saßen seit der 7. Klasse nebeneinander. Vanessa Jordan-Heinrich habe Timo Bielitz oft am Sonntag angerufen, um offene Fragen zu klären. "Wir hatten außerdem Lerngruppen oder haben uns über Facebook ausgetauscht", berichtet Jonas Zuber. Von ihnen sei keiner dabei, der den Mitschülern nicht geholfen hätte. Timo Bielitz betont aber: "Damit ist nicht gemeint, dass wir die Arbeit für andere übernommen haben. Bei Verständnisproblemen haben wir jedoch gerne etwas erklärt."

Aber selbst bei einem Durchschnitt von 1,0 gibt es Fächer, die einem nicht liegen. Vanessa Jordan-Heinrich sei immer schlecht in Sport gewesen und Timo Bielitz mochte Chemie nicht.

Trotzdem werden die Abiturienten hauptsächlich positive Erinnerungen an ihre Schulzeit zurück behalten. Jonas Zuber berichtet: "Auch wenn wir alle gestresst waren, gab es trotzdem immer Zeit für Spaß unter Lehrern und Schülern", sagt Jonas Zuber, und Vanessa Jordan-Heinrich: "Ich werde noch oft an die Kursfahrt nach Krakau und unsere tollen Abipartys denken". Timo Bielitz werde wohl vor allem seine Mitschüler vermissen, sagt er.

Ihre Klassenkameraden hätten sich mit ihnen gefreut. "Wir waren ja keine typischen Streber, die nur vor den Büchern saßen, sondern sind am Wochenende auch gern mal feiern gegangen", erzählt Vanessa Jordan-Heinrich. Eva Klose gibt den Tipp: "Man sollte neben der ganzen Lernerei auch immer Zeit für seine Freunde haben. Denn die sind in der Schulzeit sehr wichtig."

Zurzeit freuen sich die ehemaligen Schüler erstmal auf ihren Abiball Anfang Juli.