ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:44 Uhr

Hundertmal und mehr Blut gespendet

Detlef Siegert aus Lübbenau (Mitte) gehörte zu den Blutspendern, die im Festsaal des Lübbenauer Schlosses geehrt wurden.
Detlef Siegert aus Lübbenau (Mitte) gehörte zu den Blutspendern, die im Festsaal des Lübbenauer Schlosses geehrt wurden. FOTO: P. Becker/peb1
Lübbenau. Im Lübbenauer Schlosshotel sind verdienstvolle Blutspender aus dem Südosten Brandenburgs geehrt worden. Aus den Händen des DRK-Vizepräsidenten Dietmar Bacher und der Brandenburger Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski (Die Linke) nahmen sie Ehrenabzeichen und Urkunden entgegen. Peter Becker / peb1 peb1

Wer es auf mehr als 100 Spenden gebracht hat, befindet sich im günstigsten Fall in der Lebensmitte und dürfte der Fünfzig sehr nahe stehen oder hat sie bereits überschritten. Da Männer bis zu sechs Mal im Jahr spenden dürfen und Frauen nur vier Mal, ergibt sich das rein rechnerisch.

Das DRK hatte 93 Frauen und Männer aus dem Südbrandenburger Raum eingeladen, um ihnen für ihre Spendertätigkeit zu danken. Auf über 100 Spenden brachten es 59 Brandenburger, 128 hatten bereits 125-mal ihr Blut zur Verfügung gestellt, zwei Brandenburger sogar mehr als 150-mal.

In seiner Dankesrede ging DRK-Vizepräsident Dietmar Bacher auf die Vorbildwirkung der Spender ein, verhehlte aber nicht, dass es angesichts der Flüchtlingsdebatte auch unter den Blutspendern hier und da Diskussionen um Ethik und Parteilichkeit gibt. Er mahnte die DRK-Grundsätze Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Neutralität an und stärkte denen den Rücken, die grenzen- und schrankenlosen Humanismus vorleben.

Unter den Ausgezeichneten aus der Spreewaldregion waren Udo Jakobasch und Detlef Siegert. Udo Jakobasch spendete 1980 als 20-Jähriger das erste Mal Blut. Der Zerspanungstechniker arbeitet im Kraftwerk Jänschwalde und konnte seine Frau ebenfalls von der Spende überzeugen. "Gabriele hat auch schon über 50-mal gespendet", erzählt der Calauer. "Ich finde es wichtig, dass es immer genügend Spenderblut gibt. Für mich ist es eine schlimme Vorstellung, dass ich vielleicht mal selbst Blut brauche, aber nicht genug in meiner Blutgruppe vorhanden ist", formuliert er seine Motivation, die gleichzeitig seine Angst ist.

Der Lübbenauer Detlef Siegert spendet seit 1991 und hätte kürzlich beinahe selbst Fremdblut gebraucht. Bei einem schweren Verkehrsunfall im Urlaub ging es gerade noch ohne Spende ab. "Ich bin jetzt in einer Reha-Maßnahme, aber bald werde ich wieder spenden gehen", erzählt der Außendienstmitarbeiter einer Pinneberger Tierfutterfirma und fährt fort: "Ich freue mich, dass mein Vorbild wirkt und auch meine nun erwachsenen Kinder ebenfalls Spender sind. Tochter Josephine hat schon über 15-mal gespendet, Sohn Marian schon über 30-mal", so der stolze Vater. Er ergänzt noch, dass er Blut spendet, für jeden, der es braucht, unabhängig von dessen Nationalität oder Religion. "Darüber muss ich nicht und möchte ich auch gar nicht nachdenken!"

Zum Thema:
In Deutschland gibt es jährlich drei Millionen Blutspenden, gespendet von nur drei Prozent der Bevölkerung. Hochrechnungen zufolge könnten 33 Prozent Spender sein. Bundesweit werden täglich etwa 15 000 Blutspenden benötigt. Das Mindestalter der Spender beträgt 18 Jahre, das Höchstalter 73 Jahre, das Mindestgewicht 50 Kilogramm. Entnommen werden etwa 500 Milliliter Blut in fünf bis zehn Minuten. peb1