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| 16:59 Uhr

Hundeattacke
Hund beißt Vierjährige in Zerkwitz ins Gesicht

Die Chausseestraße im Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz. Hier hat sich auf einem Grundstück die Tragödie abgespielt.
Die Chausseestraße im Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz. Hier hat sich auf einem Grundstück die Tragödie abgespielt. FOTO: Rüdiger Hofmann
Lübbenau/Zerkwitz. In Zerkwitz bei Lübbenau ist am Montag ein Kind von einem Hund ins Gesicht gebissen worden. Das Mädchen wurde schwer verletzt. Von Rüdiger Hofmann und Bodo Baumert

Es ist ein sonniger Montagnachmittag im kleinen Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz. Drei Kinder spielen auf einem Grundstück mit einem Hund. Dann geschieht das Unfassbare: Eines der Kinder, ein vierjähriges Mädchen, wird plötzlich von dem Collie angefallen. Das Mädchen wird schwer verletzt. Rettungskräfte werden alarmiert und bringen die Vierjährige in ein Krankenhaus. Der Hund wird anschließend eingeschläfert.

Wie Maik Kettlitz, Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion Süd am Dienstagmorgen auf RUNDSCHAU-Nachfrage bestätigt, hat sich der Vorfall am Montag kurz nach 16 Uhr ereignet. Auf einem privaten Grundstück im Lübbenauer Ortsteil Zerkwitz in der Chausseestraße spielten den Angaben zufolge drei Kinder mit einem Hund. Die Kinder waren allein auf dem Hof, eine erwachsene Aufsichtsperson war nicht dabei. Dann kam es zum Zwischenfall mit dem Collie. „Nach bisherigen Erkenntnissen störten die Kinder den Hund bei der Nahrungsaufnahme“, sagt Maik Kettlitz. Das vierjährige Mädchen wurde dabei ins Gesicht gebissen und schwer am Kopf- und im Hüftbereich verletzt. Das Mädchen habe unter Zustimmung der Mutter auf dem Nachbargrundstück mit dem Hund gespielt, so die Polizei.

Rettungskräfte brachten das Mädchen mit Bisswunden zur Behandlung ins CTK nach Cottbus. Ein Tierarzt wurde umgehend hinzugezogen, der den Hund auf Wunsch des Hundehalters sofort einschläferte. Der Collie sei laut Aussage des Halters bisher nie verhaltensauffällig gewesen. „Die Polizei hat nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Hundebesitzer eingeleitet“, sagt Maik Kettlitz. Wie es dem Mädchen aktuell geht, war Dienstag noch unklar.

Das Thema schlug sofort nach Bekanntwerden auf LR-Online in den sozialen Netzwerken große Wellen. Leser reagieren mit Bestürzung und guten Genesungswünschen für das Mädchen, aber vor allem mit Vorwürfen gegenüber dem Halter. „Hier hat der Mensch als Erwachsener versagt. Den Kindern ist kein Vorwurf zu machen, da sie das Verständnis noch nicht haben. Aber dass Erwachsene einen Hund mit drei spielenden Kindern allein lassen, das ist unverantwortlich“, sagt beispielsweise Andre Krüger auf Facebook. Andere Leser zeigen Unverständnis darüber, warum der Hund sofort eingeschläfert wurde. „Warum waren denn die Kinder alleine auf dem Hof?“, fragt Eva Mordek. „Die Kinder haben den Hund bei der Nahrungsaufnahme gestört. Was wird denn da von dem Hund erwartet?“ Sie habe dafür kein Verständnis. „Aus meiner Sicht passierte dieser Vorfall durch menschliches Versagen und rechtfertigt keineswegs die Einschläferung des Tieres“, schreibt eine Franzi. Einige Leser äußern auch klar die Meinung, dass „sowohl der Hundehalter eine Aufsichtspflicht für seinen Hund habe und natürlich auch die Eltern für ihre Kinder.“