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Holzhaus-Idee für Laasow kommt an

Am Gräbendorfer See könnte eine Ferienhaussiedlung mit hochwertigen Holzbungalows entstehen.
Am Gräbendorfer See könnte eine Ferienhaussiedlung mit hochwertigen Holzbungalows entstehen. FOTO: Sommerhaus piu /Montage: Schubert/LR
Vetschau. Hochwertige Holzhäuser, die sich in die Natur einfügen – das ist die Idee für die Erschließung des Gräbendorfer Sees auf Laasower Seite. Die beiden Geschäftsführer der Berliner Firma Sommerhaus piu stellten ihr Vorhaben beim Tourismusausschuss am Montagabend in Vetschau vor – und hinterließen einen guten Eindruck. Jan Augustin

Sowohl die Verwaltungsmitarbeiter als auch die Ausschussmitglieder zeigten sich angetan von der Präsentation der beiden jungen Berliner. "Die Stimmung im Ausschuss ist positiv", fasste der Vorsitzende Uwe Jeschke nach dem Vortrag im Bürgerhaus zusammen. Auch Laasows Ortsvorsteherin Ina Mütze fand Lobesworte: "Das Konzept beeindruckt." Eine zwingende Forderung gebe es aber: Der gesamte Uferbereich müsse öffentlich bleiben. "Ansonsten müssen Sie mit Protesten rechnen", befand Ina Mütze, die die beiden Geschäftsführer einlud, ihren Plan den Laasower Einwohnern vorzustellen.

Auch Vetschaus Bauamtsleiter Sven Blümel kann sich eine Zusammenarbeit mit der Firma Sommerhaus piu vorstellen. Das Vorhaben, das auf nachhaltige und hochwertige Bauweise setze, ohne zu übertreiben, habe Hand und Fuß. Die Stadt würde durch den Verkauf der Fläche profitieren. Außerdem würde sich der See touristisch weiterentwickeln.

"Mit einem guten Gefühl", sei Architekt Björn Götte mit seinem Geschäftspartner Markus Stöcklein wieder in der Hauptstadt angekommen. Nach ihren Vorstellungen könnte in den nächsten fünf bis acht Jahren ein Ferienhausgebiet am Ufer des Sees entstehen. "Leben am Schilf" wollen sie es nennen. "Ziel ist es, den Gräbendorfer See als Region für gehobenen Tourismus zu etablieren", sagt Stöcklein. Angedacht ist der Bau von Bungalows mit Seeblick, großer Terrasse und mit gehobenem Einfamilienhaus-Standard. Die Häuser, die das Unternehmen seit rund zehn Jahren vorrangig im Norden Berlins baut, haben eine Größe von 48 bis 115 Quadratmetern und sollen für 1800 bis 2500 Euro pro Quadratmeter verkauft werden. "Hoch wärmegedämmt können die Häuser das ganze Jahr über genutzt werden", erklärt Götte.

Mit rund 900 Quadratmetern sollen die Grundstücke großzügig ausfallen und möglichst ohne Zaun voneinander abgetrennt sein. Zur Zielgruppe sollen junge Familien aus der Stadt gehören und Senioren, die Ruhe und Natur suchen. Das Berliner Unternehmen könne Planung, Bau und Vermarktung aus einer Hand anbieten. Aus den Erfahrungen heraus sei es vorstellbar, dass ein künftiger Eigentümer das Haus zwischen 45 und 60 Tage im Jahr selber bewohnt und den Rest zur Vermietung freigibt.

Für das etwa 45 000 Quadratmeter große Gebiet neben der Tauchschule existiert ein Bebauungsplan. Inwieweit dieser nun genutzt oder verändert werden muss, sollen weitere Gespräche mit den Investoren ergeben. Geklärt werden müssen Fragen der Erschließung: Wie soll die Zufahrt erfolgen, wie soll das Abwasser entsorgt werden und wo soll der Strom herkommen? Sollte es zu einer Einigung kommen, werde die Verwaltung einen Verkaufspreis bestimmen und den Vertrag vorbereiten, erklärt Blümel. Schließlich entscheiden die Vetschauer Stadtverordneten, ob sie dem Berliner Unternehmen ihr Vertrauen schenken.

Kommentar

Nicht zu viel und trotzdem edel

Für Vetschau und Laasow könnte mit der vorgestellten Ferienhaus-Idee ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gehen. Der beliebte Gräbendorfer See würde sich touristisch weiterentwickeln, ohne dabei seinen idyllischen Natur-Charakter zu verlieren.

Nicht zu viel und trotzdem edel. Das Vorhaben der beiden Berliner Architekten klingt glaubwürdig und realistisch. Ein Streit ist dennoch nicht ausgeschlossen. Sollte das Ufer nicht wie vorgesehen, grundsätzlich öffentlich begehbar bleiben, ist mit Protest zu rechnen. Das zeigt das Beispiel in Potsdam, wo sich nach einem Zaunbau am Griebnitzsee ein nicht endender Uferstreit entwickelte.

jan.augustin@lr-online.de