ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:39 Uhr

Schließzeit länger als geplant
Hitze bremst die Spreewelten aus

Die Stahlkonstruktion für den Bademantelgang zwischen Hotel und Bad wird an Rundpfeilern befestigt, die Riesen-Schilfhalmen nachempfunden sind.
Die Stahlkonstruktion für den Bademantelgang zwischen Hotel und Bad wird an Rundpfeilern befestigt, die Riesen-Schilfhalmen nachempfunden sind. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Bad kann erst im Oktober eröffnet werden. Keine Probleme gibt es bei Außanlagengestaltung und Hotel-Neubau.

Von außen betrachtet ist alles gut auf der Spreewelten-Großbaustelle an der Alten Huttung in der Neudtadt. Das Hotel sieht mittlerweile auch aus wie ein Hotel, hat Dach und Farbe bekommen. Die Stahlkonstruktion für den Bademantelgang wurde in den vergangenen Tagen an den Stützpfeilern befestigt. Der Brückenschlag sozusagen zwischen Hotel und Bad. Geradezu die Augen reibt man sich beim Betrachten der Außenanlagen für die Badegäste und die Humboldt-Pinguine.

Fachleute einer Spezialfirma aus Franken werden diese Woche damit fertig, das neue Pinguinbecken wie ein Spreewaldfließ aussehen zu lassen. Blanke Betonwände scheinen mit alten Holzplanken verkleidet zu sein. Wurzelwerk und Äste ragen oben heraus. Auf dem Beckengrund liegen Steine, Sand, Wurzeln und ein untergegangener halber Holzkahn. Die neuen Nisthöhlen sind zum Teil gestaltet wie Fässer.

Fast alles modelierter Beton, sagt Vorarbeiter Dirk Merkel. Es werde aber auch Naturmaterial mit eingearbeitet. Die Firma KaGo habe Erfahrung mit so etwas. Man habe schon Tierparks, Bade- und Saunalandschaften, aber auch Freizeitparks, Film- und Theaterkulissen gestaltet. Mit fünf Kollegen ist Dirk Merkel in Lübbenau. Die ständig hohen Temperaturen erschweren die Arbeit. Der Beton trockne sofort, die körperliche Beanspruchung ist extrem. „Wir fangen deshalb früh an, machen an sehr heißen Tagen nachmittags länger Pause und arbeiten dafür bis abends“, erklärt er. In Zeitverzug komme man nicht.

Das Sechs-Mann-Team einer Fachfirma aus Franken modeliert aus Beton die künstliche Unterwasserwelt für die Pinguine. Eingesetzt werden Naturmaterialien wie Trockenäste, Wurzelwerk, alte Fässer und ein halber, versenkter Spreeweltkahn.
Das Sechs-Mann-Team einer Fachfirma aus Franken modeliert aus Beton die künstliche Unterwasserwelt für die Pinguine. Eingesetzt werden Naturmaterialien wie Trockenäste, Wurzelwerk, alte Fässer und ein halber, versenkter Spreeweltkahn. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Im Innenbereich des Bads sieht das anders aus. Temperaturen bis zu 50 Grad werden hier erreicht, so Badleiter Axel Kopsch. Bei solcher Hitze trocknet der Fliesenkleber sofort und kann nicht großflächig aufgetragen werden. Das Verlegen dauere deutlich länger, der Zeitverlust ist enorm. Zumal auch das Verfugen bei Treibhausklima nicht möglich ist. „Wir müssen deshalb“, sagt Axel Kopsch, „die für Ende September geplante Eröffnung unseres Spreeweltenbads verschieben.“

Das neue Ziel: Zum 20. Oktober, wenn in Berlin und Brandenburg die Herbstferien beginnen, sollen die Spreewelten öffnen. Eine Teil-
eröffnung, etwa nur der renovierten Saunalandschaft, komme nicht infrage, so der Badleiter. Man wolle die Gäste mit dem neuen Gesamtpaket beeindrucken. Die neue spreewaldtypische Gestaltung im Innen- und Außenbereich, die High-Tech-Rutschen, der Indoor-Spielplatz samt Panoramascheibe, die jetzt doppelt so großen Außenbecken und die Pinguinlandschaft – nur das alles zusammen entfalte die volle Außenwirkung, die man haben will.

Fast ein Monat mehr Schließzeit, das schmerze natürlich, sagt Marketing-Leiter Steven Schwerdtner. Entsprechend länger müssen die Spreewelten auf Einnahmen verzichten. Gerade der Oktober sei aber erfahrungsgemäß einer der umsatzstärksten Monate. Weiteres Problem: Bereits Ende September melden sich Kollegen wieder einsatzbereit, die seit Schließung von Bad und Sauna im April woanders beschäftigt werden mussten oder ihren angesparten Urlaub verbraucht haben. „Wir müssen jetzt überlegen, wie wir damit umgehen“, so Schwerdtner.

Temperaturen um die 50 Grad haben die Fliesenlegerarbeiten im Spreeweltenbad extrem erschwert und für Zeitverzug gesorgt.
Temperaturen um die 50 Grad haben die Fliesenlegerarbeiten im Spreeweltenbad extrem erschwert und für Zeitverzug gesorgt. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Die Frage, ob der neue Termin 20. Oktober gehalten werden kann, lasse sich wohl erst Anfang September realistisch beantworten. Am 8. September, davon geht Badleiter Axel Kopsch aus, könne bei der LR-Sommertour in den Spreewelten darüber informiert werden. Bereits 300 RUNDSCHAU-Leser haben sich für den Baustellen-Rundgang angemeldet.

Was den Hotel-Neubau betrifft indes, laufe es planmäßig, so Kopsch. Auch wenn gerade die Dachdecker unter der Hitze ebenfalls sehr zu leiden hatten. Es bleibe wie angekündigt bei der Eröffnung im März/April 2019. Ein noch größerer Hingucker als das Hotel selbst wird dann möglicherweise der gut 100 Meter lange Bademantelgang sein. Denn Richtung der Straße Alte Huttung malen die renommierten Fassadengestalter Strauss & Hillegaart aus Cottbus auf voller Länge ein Fließ auf – selbstverständich mit Pinguinen.