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Historische Kostbarkeiten auf dem Weg nach Calau

Bei der Eröffnung der Ossi-Stuben im Domizil des Heimatvereins überreichte er historische Kostbarkeiten aus seinem Geburtsort Altdöbern. Dem Heimatverein Calau will er demnächst einen Besuch abstatten.
Bei der Eröffnung der Ossi-Stuben im Domizil des Heimatvereins überreichte er historische Kostbarkeiten aus seinem Geburtsort Altdöbern. Dem Heimatverein Calau will er demnächst einen Besuch abstatten. FOTO: uhd1
Calau/Altdöbern/Forst. Schon bald bekommt der Heimatverein Calau Besuch aus Briesnig (Stadt Forst). Ludwig Röhrs wird in seine alte Heimatstadt reisen. Er wird nicht mit leeren Händen kommen. Wie bereits bei einem vorangegangenen Treffen in seinem Geburtsort Altdöbern wird der 64-Jährige historische Raritäten mitbringen und dem Heimatverein überreichen. Uwe Hegewald / uhd1

Als sich Ludwig Röhrs kürzlich bei seinem Besuch in den Altdöberner Heimatstuben vorstellte, zog ein Raunen durch die Reihen. Insbesondere die ältere Generation kann sich noch sehr genau an seinen Vater Adolf Röhrs (1903 bis 1979) erinnern und an dessen musikalische Ader. "Das Klavier meines Vaters steht heute im Vereinszimmer (Schützenhaus) des Männergesangvereins 1874 Altdöbern", erzählt Ludwig Röhrs, der gern auf seine Kindheitstage in Altdöbern und Calau zurückblickt.

Spontan fallen ihm zwei amüsante Gegebenheiten ein: In Altdöbern war es die unbedachte kulinarische Entdeckungstour auf dem Gelände der einstigen Spirituosen-Fabrik Riedel & Sohn. "Mit einem Kumpel freuten wir uns, in vermeintlich leeren Fässern leckere Sirup-Rückstände entdeckt zu haben. Es war aber Likör und wir das erste Mal im Leben betrunken", erinnert er sich. Auch an das nachfolgende Donnerwetter zu Hause.

In Calau sorgte Ludwig Röhrs sogar schon als Baby für Stadtgetuschel. "Als ich das Licht der Welt erblickte, hatten meine beiden Schwestern bereits das 20. Lebensjahr erreicht. Bei Stadt-Spaziergängen, mit mir im Kinderwagen, war großes Rätselraten angesagt, wem von den beiden jungen Damen denn nun das Kind im Wagen gehört", erzählt der Briesniger. Studium und Liebe hatten ihn später in den damaligen Kreis Forst gezogen, während Schwester Marianne Schenka der alten Kreisstadt Calau die Treue hält. Schwester Hannelore Heinze lebt heute in Aschaffenburg (Freistaat Bayern). Ludwig Röhrs bezeichnet sich selbst als "spätes Kind". Immerhin hatte Mutter Elfriede (1906 bis 1986) bei seiner Geburt bereits das 44. und Vater Adolf das 47. Lebensjahr erreicht.

Das reife Alter und die inzwischen erworbene Lebenserfahrung der Eltern sollten sich als günstig für die Entwicklung ihres Sprösslings erweisen. Von der Mutter habe er die Liebe zur Literatur entdeckt, vom Vater die Leidenschaft für Geschichte. Ein Leben lang stöberten die Familie und Großeltern in Zeitschriften, Büchern, Dokumenten und archivierten die interessantesten Publikationen. Vieles vom gesammelten Material umfasst Zeitgeschichte der Orte Altdöbern und Calau, mit denen sich Ludwig Röhrs bis heute verbunden fühlt.

Im Juli erreicht der seit 25 Jahren als Trauerredner tätige Literatur- und Heimatfreund das gesetzliche Rentenalter. Ein passender Zeitpunkt, um sich von einigen Antiquitäten zu trennen und in Hände zu geben, die sich damit auskennen und die Gaben zu schätzen wissen. In Altdöbern waren es unter anderem ein über 100 Jahre altes Märchenbuch der Gebrüder Grimm sowie historische Hochzeits-Zeitschriften, die der Briesniger dem Heimatverein überreichte. Auch für die Calauer Geschichts- und Heimatfreunde hat Ludwig Röhrs bereits ein Geschenkpaket geschnürt.

Gegenüber der RUNDSCHAU lüftet er schon einmal kurz das Geheimnis. So darf sich der Heimatverein über eine historische Ausgabe der Calauer Chronik (1933) von Dr. Richard Moderhack freuen, über geschichtliche Dokumente der örtlichen Schützengilde und eines bereits vor Jahrzehnten existierenden Karnevalvereins sowie über ein altehrwürdiges Ölgemälde.