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| 18:39 Uhr

Bürgerbeteiligung
Hinweis-Portal für Calauer Bürger

 Ortwin Böckmann vom Kommunalen Anwendungszentrum (li.) stellte im Calauer Rathaus „Maerker“ vor. Bürgermeister Werner Suchner (Mitte) hatte zuvor die Rahmenvereinbarung unterschrieben. Rathausmitarbeiterin Birgit Elsigk (re.) betreut das Portal mit Pressesprecher Jan Hornhauer.
Ortwin Böckmann vom Kommunalen Anwendungszentrum (li.) stellte im Calauer Rathaus „Maerker“ vor. Bürgermeister Werner Suchner (Mitte) hatte zuvor die Rahmenvereinbarung unterschrieben. Rathausmitarbeiterin Birgit Elsigk (re.) betreut das Portal mit Pressesprecher Jan Hornhauer. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Calau. Auf der Calauer Internetseite gibt es jetzt ein „Maerker“-Portal. Bürger können auf Verkehrsprobleme hinweisen oder löcherige Straßen. Zügige Bearbeitung ist versprochen. Von Daniel Preikschat

Wenn künftig in Calau, Cabel oder Craupe eine Straßenlaterne flackert, eine Gehwegplatte geborsten ist oder eine Straße Löcher hat, dann wird die Wahrscheinlichkeit, dass der Mangel zügig abgestellt wird, größer sein als bisher. Denn seit dieser Woche ist Calau eine von 117 Maerker-Kommunen in Brandenburg. Bedeutet: Der Bürger kann mit dem Smartphone oder dem PC zu Hause auf Infrastruktur-Probleme hinweisen. Dazu muss er oder sie auf der Calauer Internetseite nur den blauen Button „Maerker Calau“ anklicken und das Problem aufschreiben. In drei Tagen, so die Selbstverpflichtung der Kommune, hat der Hinweis bearbeitet zu sein.

Das bedeutet freilich nicht immer, dass der Mangel auch innerhalb von drei Tagen abgestellt werden kann, beugt Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) Missverständnissen vor. In jedem Fall aber wird dem Bürger mitgeteilt, wer sich des Problems wann annimmt. Das entsprechende „Service-Versprechen“ hat Suchner am Montag im Rathaus gegeben, indem er eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet hat. Mit ins Rathaus gebracht hatte diese Vereinbarung Ortwin Böckmann, Leiter des Kommunalen Anwendungszentrums beim Land Brandenburg.

Böckmann konnte geradezu von einem Siegeszug des Maerker-Portals in Brandenburg berichten. Calau sei die 117. von 198 Kommunen, die das Portal eingerichtet hat. In jeder Verwaltung übernehmen Redakteure die erste Bearbeitung. Entweder finden sie im Haus Ansprechpartner oder die Bürgerhinweise werden weitergegeben an die zuständigen Stellen etwa bei der Deutschen Bahn, beim Landesamt für Bauen und Verkehr oder beim Abfallentsorger. Je nachdem.

In Calau, so Bürgermeister Suchner, habe man lange überlegt, das Maerker-Portal anzubieten, dabei Aufwand und Nutzen abgewogen. Mittlerweile aber, aufgrund guter Erfahrungen anderer Kommunen, habe man sich dafür entschieden. Im Zeitalter der digitalen Vernetzung verfüge fast jeder Haushalt über ein Smartphone. Warum sollte man das als Verwaltung nicht nutzen und sich von seinen Bürgern helfen lassen. Suchner hofft, dass die Verwaltung am Ende sogar weniger zu tun bekommt, weil möglicherweise nicht mehr so viel im Rathaus angerufen wird oder erzürnte Bürger persönlich erscheinen.

Aus Sicht Böckmanns ist diese Hoffnung berechtigt. Beispielsweise habe der Bernauer Bürgermeister eine klar positive Maerker-Bilanz gezogen: Er habe nun 25 000 Mitarbeiter mehr in der Stadt. Mitunter fühlten sich die Bürger sogar verantwortlich für Straßen und Wege und bieten Hilfe an, sie in Ordnung zu halten. Der Bürgermeister von Teltow habe Böckmann von deutlich weniger Beschwerde-Anrufen berichtet nach der Einrichtung des Portals. Man sehe bei „Maerker“ ja auch, wenn schon ein Mitbürger das Problem in die Bearbeitung gegeben hat, das man selbst ansprechen wollte. Überhaupt sei ein Blick in das Maerker-Portal interessant, weil durch die Hinweise und deren Beantwortung Wohnumfeld-Informationen gegeben werden.

Ob auch Calau der „Maerker“ etwas gebracht hat, wollen Suchner und seine Kollegen in einem Vierteljahr mitteilen. „Dann ziehen wir eine erste Bilanz.“