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| 15:35 Uhr

Kulturlandschaft im Wohngebiet
Ein Stück Spreewald in der Neustadt

 Mitten ins Wohngebiet haben Landwirt Sebastian Kilka und Helfer der Bürgerstiftung den Heuschober hinein gebaut.
Mitten ins Wohngebiet haben Landwirt Sebastian Kilka und Helfer der Bürgerstiftung den Heuschober hinein gebaut. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Bürgerstiftung und WIS bauen an der Straße der Jugend einen Heuschober. Von Daniel Preikschat

Steht da tatsächlich ein Heuschober? Das mag sich am Freitag so mancher Bewohner oder Besucher der Lübbenauer Neustadt gefragt haben. Doch es ist wirklich einer dieser für den Spreewald typischen Heuberge, der nun auf einer Grünfläche zwischen zwei umgebauten WIS-Wohnblocks in der Straße der Jugend vier Meter in die Höhe ragt. Fachmännisch aufgeschichtet vom Lehder Landwirt Sebastian Kilka, mit tatkräftiger Hilfe einiger Helfer der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald.

„Die WIS“, erklärt Nico Heitepriem von der Bürgerstiftung, „wollte schon länger mit uns mal ein Projekt umsetzen.“ Gemeinsam kam man auf die Idee, an den Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit – in diesem Jahr von Ende Mai bis Anfang Juni – aktiv zu werden. Der Bau eines Heuschobers bot sich hierfür an. Er ist Symbol nicht nur für den Spreewald, so Heitepriem, sondern auch für nachhaltige, ökologische Landwirtschaft. Der Standort mitten im Wohngebiet sei ebenfalls ganz im Sinne der Sache. Schließlich soll die Botschaft, dass Nachhaltigkeit wichtig ist, auch möglichst viele Menschen erreichen.

Freitag früh um 9 Uhr ging es los. Kiefernholz für das drei mal drei Meter große Schobergestell hatte man bei der Stiftung noch vorrätig. Die sechs Rundballen Heu lieferte kostengünstig die Agrargenossenschaft in Klein Radden. Vor den Augen der Anwohner, von der WIS auf der Grünfläche zum Frühstück eingeladen, wuchs der Schober in die Höhe. „Schön sieht er aus, jetzt haben wir hier bei uns auch ein Stück vom Spreewald“, sagt Jutta Huke. Ihrer Ansicht nach ist auch der Standort gut gewählt ist. Die Straße der Jugend ist eine der stärker befahrenen Straßen in der Neustadt. Viele Vorbeifahrende können den Heuschober sehen.

Während Antje Pohler oder auch das Ehepaar Grünewald den schönen Anblick von ihrer Wohnung aus genießen können. Bald sind Ferien und der Enkel kommt. Der wird sich auch freuen, sind sich die Grunewalds sicher. Das Wohnumfeld, so WIS-Marketing-Mitarbeiterin Mareen Kopsch, ist jetzt sicher noch etwas attraktiver geworden. Hauptanliegen sei aber gewesen, auch als Wohnungsunternehmen ein Zeichen zu setzen für Nachhaltigkeit.

Nun hoffen alle, dass der schöne Schober auch möglichst lange erhalten bleibt. Mit vier Jahren, so Landwirt Kilka, dürfe man rechnen. Dank seiner soliden Bauart und konischen Form trotze der Heuberg Sturm und Starkregen. Vor anderweitigen Gefahren, so hofft man bei WIS und Bürgerstiftung, mögen den Schober aufmerksame Anwohner bewahren.