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Heuballen sollen Gäste schützen

Auch als Hindernis einsetzbar – große Heuballen.
Auch als Hindernis einsetzbar – große Heuballen. FOTO: Holger Hollemann / dpa (LR-COS-REM-350)
Lübbenau. Um der Terrorgefahr zu begegnen, haben die Cottbuser Stadtfest-Organisatoren am vergangenen Wochenende unter anderem auf Betonbarrieren gesetzt. Zehn dieser massiven Blöcke wurden auf die wichtigsten Zufahrtsstraßen gesetzt, um zu verhindern, was im Dezember auf einem Berliner Weihnachtsmarkt passiert ist. Daniel Preikschat

Auch in der Stadt Lübbenau, wo am ersten Juli-Wochenende zum Spreewald- und Schützenfest bis zu 35 000 Gäste erwartet werden, setzt man auf Straßenblockaden.

Allerdings sollen sie ansehnlicher sein als Betonklötze, wie Peter Lippold vom Rathaus-Organisationsteam sagt: "Wir haben uns für große Heuballen entschieden." Jeweils drei von ihnen, mit 1,5 Kubikmetern Volumen, sollen auf den Straßen platziert werden, die zum Festgelände führen. Konkret sind das: die Karl-Marx-Straße in Höhe der Gerbergasse, die Poststraße kurz hinter dem Verkehrskreisel Richtung Rathaus und die Kreuzung Dammstraße/Ehm-Welk-Straße. Die Ballen stehen versetzt, sodass Autofahrer im Schritttempo Slalom fahren müssen, um an ihnen vorbei zu kommen.

Vorbei kommt aber nur, wenn vorher ein quer vor den Heuballen parkendes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr zurückgesetzt wird. Jeder, der an dem Wochenende in das Festivalgelände fahren will, muss außerdem einen Berechtigungsschein vorzeigen. Berechtigte, so Lippold, können Programmteilnehmer sein oder Anwohner.

Die Heuballen, so Lippold weiter, sollen nicht nur schützen. Sie sollen auch dekorativ und informativ sein. Geplant sei, sie an jedem der drei Standorte mit Storchennest und Programmtafel auszustatten.

Weiterer Unterschied zu den Spreewald- und Schützenfesten in den Vorjahren: Es wird doppelt so viel Sicherheitspersonal eingesetzt. Die Security wache an jeder der drei Zufahrten, so der Rathausmitarbeiter. Kontrolliert werde, wenn Besucher beispielsweise große Rucksäcke dabei haben. Außerdem werde das Sicherheitspersonal auch ständig auf dem Festivalgelände unterwegs sein. Besucher sollen schnell Ansprechpartner finden, wenn sie Hilfe brauchen oder auf etwas hinweisen wollen. "Die gefühlte Sicherheit", sagt Lippold, "ist uns ganz wichtig."

Zum Sicherheitskonzept, das laut Peter Lippold im Ordnungsamt der Stadt Lübbenau erarbeitet wurde, gehört schließlich auch, dass mehr Sanitäter als in den Vorjahren bereitstehen. Statt nur einem können diesmal zwei Rettungswagen zum Einsatz kommen.

11 000 Euro koste es, das Konzept umzusetzen, so der Bereichsleiter weiter. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr investierte die Stadt Lübbenau 3500 Euro in Sicherheitsmaßnahmen. Das war aber auch noch vor den Lkw-Terroranschlägen in Nizza und Berlin. In der Stadtverwaltung, so Lippold, wollte niemand in puncto Sicherheit sparen.

Zum Thema:
Bespielt werden beim Spreewald- und Schützenfest vom 29. Juni bis 2. Juli fünf angrenzende Festbereiche in Altstadt und Schlossbezirk: Kirchplatz, Poststraße, Großer Hafen, Topfmarkt und Schlosspark. Die Hauptveranstaltungstage mit Programm vom Vormittag bis in den Abend sind der Samstag und der Sonntag. Einige Programmpunkte finden bereits am Donnerstagnachmittag und Freitagabend statt.