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"Helden und Botschafter zugleich"

Auch die Spremberger Blutspenderin Karin Teschke (Mitte) gehörte zu den Ausgezeichneten. Weiter im Bild: Prof. Dr. med. Torsten Tonn, Medizinischer Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Spender Manfred Stuhr (Lübbenau), Dr. Frank-W. Hülsenbeck, Präsident des DRK-Landesverbandes Brandenburg, Spender Roland Thor (Lauchhammer) und Bildungsminister Günter Baaske (v.l.).
Auch die Spremberger Blutspenderin Karin Teschke (Mitte) gehörte zu den Ausgezeichneten. Weiter im Bild: Prof. Dr. med. Torsten Tonn, Medizinischer Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Spender Manfred Stuhr (Lübbenau), Dr. Frank-W. Hülsenbeck, Präsident des DRK-Landesverbandes Brandenburg, Spender Roland Thor (Lauchhammer) und Bildungsminister Günter Baaske (v.l.). FOTO: Hegewald/uhd1
Lübbenau. Täglich werden in der Region zwischen Dresden und Berlin rund 1000 Blutkonserven benötigt, um Operationen durchführen zu können, Leben zu retten oder zu erhalten. Ohne uneigennützige Menschen, die ehrenamtlich Blut spenden, wäre das nicht möglich. Freiwillige aus dem Süden des Landes Brandenburg, die über 100-mal Blut gespendet haben, sind am Samstag bei einem Festakt im Lübbenauer Schloss geehrt worden. Uwe Hegewald /

"Ich überbringe ihnen den Dank der kompletten Landesregierung", ließ Brandenburgs Minister für Bildung, Jugend und Sport, Günter Baaske (SPD), die Ehrengäste wissen. "Jeder kann in eine Situation kommen, in der er eine Blutspende benötigt", so der Landespolitiker.

Gleichzeitig nutzte Baaske seine Festrede, um auf leicht alarmierende Zahlen hinzuweisen: Demnach liege das Durchschnittsalter der Spender inzwischen bei 46 Jahren. "Wenn ich mir die demografische Entwicklung ansehe, zeigen sich kleine Probleme auf", mahnte er hinsichtlich einer weiteren ernstzunehmenden Entwicklung. So sei zuletzt zwar eine Steigerung der Blutspenden um 1,5 Prozent zu verzeichnen gewesen, dem gegenüber stünde jedoch ein steigender Bedarf um zwei Prozent. "Diese vermeintlich kleine Lücke gilt es zu schließen", so Günter Baaske, der selbst bekennender Blutspender ist.

Seine Empfehlung: "Nehmen Sie Ihre Nachbarn unter die Arme und zum nächsten Blutspende-Termin mit."

Renate Mende steht aktuell bei 103 Blutspenden. "Ich habe mit 19 Jahren angefangen und nur bei Krankheiten ausgesetzt", erzählt die Calauerin, die für das DRK in der häuslichen Krankenpflege tätig ist. Überrascht zeigte sich die 62-Jährige, als ihr Name ein zweites Mal genannt wurde. Prof. Dr. med. Torsten Tonn, Medizinischer Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, hatte um Erlaubnis gebeten, Spendernamen und -daten zu nennen, um aufzuzeigen, was anschließend mit der Blutkonserve geschieht. So konnte etwa einem 54-Jährigen Krebspatienten im Carl-Thiem-Klinikum Cottbus mit Blut geholfen werden, das Ursula Schindler aus Guben am 10. März 2015 gespendet hatte. Blut der Calauerin Renate Mende (vom 6. Februar) wurde für einen 65-jährigen OP-Patienten im Herzzentrum Cottbus benötigt.

Dorthin führte auch der Weg der Spende von Frank Thieme aus Brieske. 1966 hatte der heutige Rentner erstmalig auf der Liege Platz genommen. "Damals war ich noch Lehrling", erzählt der 68-Jährige, der den humanitären Aspekten von Blutspenden ebenso eigene Vorteile abringt: "Mit dem Zusenden der Blutwerte bekomme ich mitgeteilt, ob auch alles in Ordnung ist."

Mit aktuell 102 "harmlosen Pieksern" ist Frank Thieme zu dem Personenkreis zu zählen, der in Summe über 50 Liter Blut gespendet hat. Einige der mit Glückwünschen, Ehrennadeln, Präsenten und einem üppigen Mittagessen geadelten Ehrengäste aus den Landkreisen Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz oder der Stadt Cottbus sind bereits 125- oder 150-mal als "Lebensretter" in Erscheinung getreten.

Nahezu alle der 67 Jubilare waren beim Empfang des DRK-Blutspendedienstes dabei. Dr. Frank-W. Hülsenbeck, Präsident des DRK-Landesverbandes Brandenburg, bezeichnet die Blutspender als "Helden und Botschafter zugleich". "Botschafter der Menschlichkeit", befand Hülsenbeck, der seine Worte mit dem Zitat untermauerte: "Wer ein Menschenleben rettet, rettet die gesamte Menschheit." Den Spruch aufgespürt habe er in der Heiligen Schrift des Islams, dem Koran.

Zum Thema:
Auch aus dem Landkreis Spree-Neiße wurden in Lübbenau langjährige Spender geehrt. Ein Freiwilliger hat bereits 175-mal Blut gespendet, zwei liegen bei 150-mal, zwei bei 125-mal, und sieben Freiwillige aus Spree-Neiße haben bereits über 100-mal gespendet. Sie kommen aus Forst, Döbern, Guben, Felixsee und Spremberg.