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Hatz auf vier Pfoten beeindruckt

Rund 90 Starterpaare stellten sich den Herausforderungen beim 15. Agility Spreewald Cup, unter ihnen Chantal Szibalski und Jacky.
Rund 90 Starterpaare stellten sich den Herausforderungen beim 15. Agility Spreewald Cup, unter ihnen Chantal Szibalski und Jacky. FOTO: U. Hegewald
Lübbenau. 90 Starter am Samstag und noch einmal 90 Starter am Sonntag verzeichnete der Hundesportverein Lübbenau als Veranstalter des 15. Spreewald Agility Cups.

"Dass wir es einmal auf 15 Wettbewerbe bringen, hatten wir nicht auf dem Schirm. Damals war es eher eine fixe Idee von drei Vereinsmitgliedern, es doch einmal zu probieren", sagt Carola Böldt. Die Vereinsvorsitzende zählte neben Viola Reinke und Gabi Wimmer zum Trio mit dem mutigen Vorhaben.

"Wir hatten gleich zum ersten Spreewaldcup eine enorme Resonanz, die bis heute nicht abgerissen ist. Das liegt vielleicht auch an unseren originellen Spreewaldgurken-Pokalen", sagt Carola Böldt. Als der erste Wettbewerb auf dem Vereins-Terrain in Klein Beuchow über die Bühne ging, war Chantal Szibalski noch nicht einmal geboren. Für die Neunjährige war es nach dem Lauf in Schönwalde (Unterspreewald) erst die zweite Wettbewerbsteilnahme überhaupt. Bemerkenswert: Jacky, ein Malinois (auch Belgischer Schäferhund genannt), ist im selben Jahr wie die junge Starterin aus Fürstlich Drehna geboren.

Für Agility begeistert wurde Chantal Szibalski durch ihre Mutter Sandra. "2011 haben wir damit begonnen und zeitnah einen Verein gesucht, der zu uns passt", erzählt sie. Im Lübbenauer Hundesportverein seien sie fündig geworden. "Hier stimmt das Klima", so Sandra Szibalski, die am Wettkampftag zur Crew der Parcoursbauer und -betreuer zählte. Dass sich Tochter Chantal der Konkurrenz stellte, sieht sie positiv. "Das ist gut fürs Selbstbewusstsein", erklärt sie.

Bereits vor Wettbewerbsbeginn widmete sich die Grundschülerin einer wichtigen Mission: Eine Fleischwurst in Scheiben schneiden und zu kleinen Leckerli würfeln. Im Wettkampf durften diese aber nicht eingesetzt werden. Darauf wurden die Teilnehmer ausdrücklich durch Anja Feicke, Wettkampfrichterin in Anwartschaft, hingewiesen.

Auch von Charmeoffensiven, wie die von Aron, ließ sich die Richterin aus Radebeul nicht erweichen. Der gewiefte Hund der Rasse Papillon machte einen Abstecher ins Jury- und Moderatorenzelt, um sich Bonuspunkte zu sichern. Fehlanzeige. Zur Unterhaltung trug die Aktion allemal bei, wobei beim Agility-Sport ohnehin nie Langeweile aufkommt.

Trotz aller Freude und dem Spaß, sich gemeinsam mit seinem geliebten Vierbeiner zu bewegen, sieht Carola Böldt auch ein großes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Disziplin als unabdingbar. "Ein guter Grundgehorsam und Sozialverträglichkeit sind Grundpfeiler", betont sie. Allzu oft ist vier Wochen nach Erhalt eines Welpen das Interesse am Tier erloschen. Das müsse nicht sein, so Carola Böldt. "In Hundesportvereinen findet man kompetente Ansprechpersonen." Ihr Angebot richtet die Vereinsvorsitzende auch an Kinder und Jugendliche, denen die Möglichkeit gegeben wird, sich mit ihren Hunden zu beschäftigen und sich gemeinsam zu entwickeln. Vorausgesetzt, Neueinsteiger sind bereit, Ausdauer, Geduld und Fleiß zu investieren. Hunde quittieren das in der Regel mit Zuneigung, Folgsamkeit und Treue.

Um Hunden eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen oder Wettbewerbstauglichkeit zu trainieren, braucht es noch etwas mehr. Ulrich Sayer, aus Vehlefanz (Märkisch-Oderland) hat das in seiner Mundart und auf seinem T-Shirt festgehalten: "Wär Ädschiliti oifach, täts Fußball hoiße."

Starter aus nah und fern
Beim 15. Spreewald Agility Cup dabei waren Starter aus Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin. Die aus Ventspils (Lettland) angekündigte Raminta Zilinskaite musste am Samstag absagen. Alle Formalitäten für eine Anreise mit dem Flugzeug nach Berlin waren geklärt, als schließlich der Pkw streikte.