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| 13:13 Uhr

Umweltfrevel bei Vetschau
Lobendorferin packt Müllproblem an

 Hannelore  Rieger aus  Lobendorf.
Hannelore Rieger aus Lobendorf. FOTO: Hofmann Rüdiger
Vetschau/Lobendorf. Hannelore Rieger sammelt wöchentlich Glas und Unrat nahe ihres Grundstücks ein. Von Rüdiger Hofmann

„Im vergangenen Sommer dachten wir, unser Lehmhaus brennt ab.“ Grund für die Sorge der Lobendorferin Hannelore Rieger sind Gläser und Flaschen, die von Unbekannten seit mehreren Monaten nahe ihres Grundstücks achtlos weggeworfen werden und die bei der enormen Hitze 2018 ein Feuer hätten auslösen können. „Es handelt sich außerdem um Konserven mit gelben Bohnen, Kartoffelschalen oder Bierdeckel“, zählen die Riegers den Unrat auf, den sie immer wieder aufsammeln und in Absprache mit dem Bauhof fachgerecht entsorgen.

„Dem Fachbereich Bau ist der Sachverhalt bekannt. Familie Rieger hatte Kontakt zum städtischen Bauhof aufgenommen“, antwortet die Stadt Vetschau auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Der Bauhof sei bereits seit 2017 mit den Anwohnern in Kontakt. „Auch das Ordnungsamt hat nach Bekanntwerden des Sachverhaltes persönlich mit den Anwohnern gesprochen“, teilt Fachbereichsleiterin Nadine Wegner mit. „Da es sich um eine Kreisstraße handelt, ist die Stadt Vetschau nicht Straßenbaulastträger. Somit liegt die Zuständigkeit bei der Kreisstraßenmeisterei des OSL-Landkreises“, so Wegner. Diese sei für die Beräumung von Unrat im straßenbegleitenden Grün von Kreisstraßen verantwortlich – rechts und links der Straße jeweils für fünf Meter. Erst bei großen Müllablagerungen im Wald, Mülldeponien sowie Umweltverschmutzungen oder Sondermüll werden Abfall- und Naturschutzbehörde in Kenntnis gesetzt. Ein von den Anwohnern geschilderter „Glas- und Müllskandal“ liegt in Lobendorf am Straßenrand laut Aussage der Stadt aber nicht vor.

Der Landkreis vermeldet, dass im vergangenen Jahr das straßenbegleitende Grün der Kreisstraße durch die Kreisstraßenmeisterei insgesamt vier Mal gereinigt wurde. „Das ist als normaler Turnus einzuschätzen, verstärkte Verschmutzung am Straßenrand war aber nicht festzustellen“, sagt Stephan Hornak, persönlicher Referent des Landrates. Sollte ein Verursacher ertappt werden, kann er je nach Art und Umfang des Mülls mit einem Verwarngeld von 25 Euro bis hin zu mehreren Tausend Euro rechnen.