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Hartmannsdorfer Wehr wird neu gebaut

Lübben. Das Hartmannsdorfer Wehr soll neu gebaut werden. Dem Bauausschuss in Lübben wurde nun die Vorplanung präsentiert. Offen ist, wie der neue Steg als einziger Querung der Spree zwischen Lübben und Schlepzig finanziert werden soll. Ingvil Schirling

Auf rund zehn Millionen Euro schätzt Jörg Wiesner die Gesamtinvestition. Der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverband Nördlicher Spreewald stellte gemeinsam mit Holger Haas von der Planungsgruppe PTW und BDC die Entwurfsplanung vor. Der Wasser- und Bodenverband ist mit dem Vorhaben vom Landesumweltamt beauftragt worden.

Entstehen soll innerhalb von zweieinhalb bis drei Jahren ein Komplexbauwerk aus Stahlbeton mit einem vierfeldrigen Wehr, einer Kahnschleuse und einem Fischaufstieg. Einen Starttermin gibt es noch nicht. Die vier Wehrfelder sollen eine Durchflussbreite von 9,50 Metern haben mit elektromechanisch angetriebenen Doppeltafelschützen als Verschlüssen. Gebaut wird voraussichtlich in zwei Abschnitten. Das Spreewasser soll zunächst in Fließrichtung rechts an der Baustelle, später durch den dann fertigen Wehrteil links an der zweiten Bauhälfte vorbei fließen. Der Schiffsverkehr soll möglich bleiben, unterstrich Holger Haas. Hochwasser während der Bauarbeiten macht ihm wenig Sorgen: "Ein ,normales' Hochwasser passt durch zwei Wehrfelder bei einem verträglichen Aufstau von zehn Zentimetern." Bei extremem Hochwasser müsse die Baugrube geflutet werden.

Im Zuge der Bauarbeiten sollen ein Fischaufstieg und eine Kahnschleuse entstehen. Gleichzeitig wird der nahegelegene Durchlass neu gebaut. Die Zufahrt erfolgt zunächst über Hartmannsdorf, im zweiten Teil über den Forstweg, der von der Verbindungsstraße nach Schlepzig abzweigt.

Wiesner und Haas baten im Bauausschuss um ein klares Bekenntnis dazu, dass die Stadt Lübben den Bau eines Steges als Überquerung schultert. Zwei Varianten wurden präsentiert, die bei etwas mehr als 200 000 Euro liegen. Wie das finanziert werden soll, ist unklar, auch wenn die Verwaltung vorsorglich einen Förderantrag gestellt hat. Daher gab es im Bauausschuss auch kein eindeutiges Votum, sondern nur ein allgemeines Nicken dazu, dass der Überweg - der einzige für Fußgänger und Radfahrer zwischen Lübben und Schlepzig - gewollt ist.