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Rückblick
Hartes Jahr 2017 für die Feuerwehr

LKW-Unfall auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Lübbenau und Duben. Ein Lkw-Fahrer verlor sein Leben.
LKW-Unfall auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Lübbenau und Duben. Ein Lkw-Fahrer verlor sein Leben. FOTO: Feuerwehr Lübbenau
Lübbenau. 151 Mal rückten die Lübbenauer aus, oft nach Unwettern. Fünf Unfall-Tote waren zu bergen.

Das Jahr 2017 hat der Lübbenauer Feuerwehr sehr zu schaffen gemacht. Nicht nur waren erneut viele Einsätze zu fahren, mehr als 150. In fünf Fällen konnten die Einsatzkräfte Menschen nur noch tot bergen. Man sei konfrontiert worden mit Not und Leid, sogar psychologische Betreuung war erforderlich durch das Einsatz-Nachsorgeteam, sagte der Lübbenauer Ortswehrführer André Schulze am Mittwoch bei der Jahreshauptversammlung der Lübbenauer Feuerwehr.

Zwei der Verstorbenen sind in Lübbenau von Zügen erfasst worden. In beiden Fällen gehe die Polizei von Selbstmord aus, so Christian Hütter, im Lübbenauer Rathaus zuständig für die Feuerwehren. Ebenfalls zwei Personen starben bei Verkehrsunfällen auf der A 13. Ein Lkw-Fahrer musste aus der zerstörten Führerkabine herausgeschnitten werden, so Hütter. Tragisch war ein Unglück in Groß Beuchow Ende Januar 2017: Ein 66-Jähriger brach auf dem zugefrorenen Lichtenauer See ein und konnte nur noch tot geborgen werden.

Weniger an die Nieren gingen die Einsätze nach Unwettern, von denen es im vergangenen Jahr auch im Raum Lübbenau gleich mehrere gegeben hat. Mehr als 20 Mal waren Bäume und Äste von Straßen und auch Bahnstrecken zu räumen gewesen. Kettensägen, mitunter auch Seilwinden kamen dabei zum Einsatz, so Christian Hütter. Tragehilfe leisten und Türen notöffnen hingegen mussten die Feuerwehrleute längst nicht so häufig wie im vorangegangenen Jahr 2016. Damals mussten noch bei fast jedem dritten Einsatz Türen aufgebrochen und Kranke oder Verletzte in Treppenhäusern rauf und runter geschleppt werden. Die Gesamteinsatzzahl jedoch war 2016 fast genau so hoch wie 2017. Ebenfalls in beiden Jahren waren technische Hilfeleistung deutlich häufiger notwendig als die klassische Brandbekämpfung. Große Veranstaltungen – Spreewaldfest, Rock in Wotschofska und Spreewaldmarathon – sicherte die Lübbenauer Feuerwehr auch 2017 wieder zuverlässig ab. Neben der Stützpunktfeuerwehr in Lübbenau war die Boblitzer Ortsfeuerwehr mit 75 Einsätzen am stärksten gefordert.

Bürgermeister Helmut Wenzel zeigte sich bei der Jahreshauptversammlung auch wieder sichtlich stolz auf die Feuerwehr. Im Gegenzug konnte er weitere Investitionen im neuen Jahr ankündigen. Die Depots in Hindenberg und Klein Radden bekommen bis Jahresende multifunktionale Anbauten. In Leipe sei das Gemeindehaus, in dem auch die Feuerwehr untergebracht ist, fast fertig saniert. Für die Krimnitzer Ortswehr sei ein neues Einsatzfahrzeug vorgesehen.

Ebenfalls erfreulich: Elf der 15 Ortsfeurwehren haben mittlerweile eine Jugendwehr, wie Jugendfeuerwehrwart Rico Angermann sagte. Das sei schon ganz gut, ginge aber noch besser.