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Gutshof Groß Mehßow soll verkauft werden
Mehßow wird sich verändern

Das Gutshaus in Groß Mehßow verfällt zusehends. Foto: H. Kuschy
Das Gutshaus in Groß Mehßow verfällt zusehends. Foto: H. Kuschy FOTO: Kuschy
Der Gutshof soll verkauft werden und Klein Mehßow bekommt eine Buswendeschleife. Hannelore Kuschy

Mehßow Die 185 Einwohner von Groß und Klein Mehßow werden in den nächsten Jahren entscheidende Veränderungen in ihren Dörfern erleben. In Groß Mehßow wird der Gutshof samt Gutshaus zum Verkauf ausgeschrieben. Voraussetzung ist, dass die Stadtverordneten am kommenden Mittwoch die entsprechende Beschlussvorlage verabschieden.

Klein Mehßow soll eine Buswendeschleife bekommen, die Landschaftsarchitekt Franz Beusch vorgeplant hat. Alles in allem werden die Kosten für den Bau nahe dem Feuerwehrhaus auf eine Viertelmillion Euro geschätzt. Was die Mitglieder des Calauer Bau- und Finanzausschusses zunächst hat stutzig werden lassen. Aber es wird ein Platz mit Tisch und Bänken, auf dem Radler oder Touristen, die den Ort durchfahren, eine Rast ermöglicht. Dort soll auch die Bushaltestelle angesiedelt werden. Zudem, so der Potsdamer Architekt, soll die asphaltierte Fahrbahn der Wendeschleife so breit werden, dass sie auch von Gelenkbussen problemlos befahren werden kann.

Der Bereich an der Feuerwehr könne, so Franz Beusch, später auch für Dorffeste genutzt werden. Sechs Stellplätze für die Feuerwehr seien ebenfalls geplant. Diese Nebenanlagen würden nach Angaben des Architekten gepflastert. Dass hinter der Wendeschleife auch Bäume gepflanzt werden, gefällt Ortsvorsteherin Roswitha Reiche nicht so ganz: „Dort steht schon eine Platane. Mehr Bäume müssen wegen des vielen Laubs im Herbst nicht sein.“ Was die Kosten aber vor allem beeinflusst, ist der Bau eines Entwässerungskanals. Bauamtsleiterin Margitta Görs beruhigt, denn die Stadt gehe stark von einer Förderung dieses Bauvorhabens aus.

In Groß Mehßow soll sich der Gutshof entscheidend verändern. Stiimmen die Abgeordneten zu, werden das insgesamt mehr als 11 000 Quadratmeter große Grundstück mit Gutshaus, das Gebäude Nummer 23 und Nebengebäude zum Verkauf ausgeschrieben. Das ehemalige Gutshaus steht unter Denkmalschutz und wurde um 1870 erbaut. Wegen erheblicher baulicher Mängel bedarf es einer umfassenden Sanierung. Und die dürfte gut eine Million Euro kosten. Für die Stadt Calau wäre ein solches Vorhaben unter den aktuellen Bedingungen undenkbar. Aus den 1950er und 1960er Jahren stammen die beiden Nebengebäude, die sich ebenfalls in einem schlechten Zustand befinden.

Mit einem Verkauf würde das Dorf seine Räume im Gutshof verlieren, die für das gemeinschaftliche Leben im Ort genutzt werden. Eine gemeinsame Nutzung des Feuerwehr-/Dorfgemeinschaftshauses wird abgelehnt. Wohl aber kann sich der Ortsbeirat vorstellen, das Haus Nummer 19 gemeinsam mit der Feuerwehr zu nutzen. Möglich ist, die rund 260 000 Euro teure Sanierung dieses Hauses durch die Stadt Calau zu 75 Prozent über das EU-Programm LEADER gefördert zu bekommen.

Für das Grundstück mit Gutshof gibt es bereits Interessenten. Eine von ihnen, eine Finsterwalder Ärztin, hatte sich bereits im Sommer vorgestellt und mit ihren Vorstellungen bei den Stadtverordneten einen guten Eindruck hinterlassen.

Ist der Kauf an einen Bewerber vollzogen, werden die Mehßower bis zur Sanierung des Hauses Nummer 19 andere Räume für ihre Treffen nutzen müssen.