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| 16:03 Uhr

Für langjährigen Einsatz ausgezeichnet
Ein Senior überstrahlt Junioren-Turnier

 Mit Applaus begleiteten Nachwuchskicker die Ernennung von Günter Kossatz (r.), zum Ehrenmitglied. Zu den ersten Gratulanten zählte Lok-Präsident Torsten Schreiber (2.v.l.). Vereins-Sportsympathieträger Ulrich Pohlack (l.) und Christa Kossatz (2.v.r.) gehörten zu den aufmerksamen Zuhörern der Dankesworte.
Mit Applaus begleiteten Nachwuchskicker die Ernennung von Günter Kossatz (r.), zum Ehrenmitglied. Zu den ersten Gratulanten zählte Lok-Präsident Torsten Schreiber (2.v.l.). Vereins-Sportsympathieträger Ulrich Pohlack (l.) und Christa Kossatz (2.v.r.) gehörten zu den aufmerksamen Zuhörern der Dankesworte. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Günter Kossatz wird Ehrenmitglied beim 1. SV Lok Calau. Von Uwe Hegewald

15 Junioren-Mannschaften haben am Wochenende beim Hallenturnier des 1. SV Lok Calau dem runden Leder nachgejagt. Nachwuchskicker, die eine Leidenschaft zum Fußball entwickelt haben, wie seinerzeit Günter Kossatz. Als 13-Jähriger schnürte er für den SV Rasensport Calau erstmals die Töppen. „1947 war das“, erinnert sich der 84-Jährige, dem am Samstag eine große Ehre zuteil wurde. Unter dem Applaus dutzender Nachwuchskicker und Betreuer ist ihm die Ehrenmitgliedschaft des 1. SV Lok Calau verliehen worden.

„Es ist unser Dank für außerordentliche Verdienste“, begründet Lok-Präsident Torsten Schreiber. Günter Kossatz trage entscheidenden Anteil daran, dass sich die Lokomotive wann immer es sich ergab unter Volldampf bewegte. „Idole hatten wir jungen Kerle damals nicht. Außer vielleicht Trainer Krenzel, auf den wir ehrfürchtig aufgeschaut haben. Zweimal wöchentlich kam er extra aus Cottbus, um uns zu trainieren“, so der Calauer. „Ein waschechter Calauer“, wie er sagt, schließlich sei er auch in der Stadt geboren.

Dass sich Günter Kossatz frühzeitig zum Fußball und generell zum Sport hingezogen fühlte, dürfte auch an seinem Vater gelegen haben. Paul Kossatz war von 1927 bis 1933 Vorsitzender des Calauer Arbeiter-Turnvereins, dessen Domizil sich auf dem Sportplatz Saßlebener Wald befand, dem heutigen Areal des 1. SV Lok Calau. Courage und Verantwortungsbewusstsein ist Sprössling Günter vom Elternhaus beigebracht worden. „Ich bin schon immer auf Menschen zugegangen und habe meine Meinung gesagt. Auch wenn sie manchen nicht geschmeckt hat“, erzählt Günter Kossatz. „Was jedoch nicht ausschließt, dass auch ich manchmal falsch gelegen habe“, räumt er ein.

Seine Offenheit und ehrliche Meinung fanden bei vielen Calauern Gefallen. 14 Jahre lang war er stellvertretender Bürgermeister der Stadt und für eine Weile sogar kommissarisches Stadtoberhaupt. Kurz nach der Wende ist dem damaligen Bürgermeister das Vertrauen entzogen wurden. Bis zur ersten freien Wahl übernahm Günter Kossatz den Job.

Als der Calauer 1959 die Fußballschuhe an den Nagel hing, wechselte er nahtlos zur Freiwilligen Feuerwehr, wo er eine ebenso starke Laufbahn wie bei den Lok-Fußballern hinlegte. In der Alters- und Ehrenabteilung hält er den Kameraden bis heute die Treue. 1994 zählte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zur Förderung des Feuerwehr- und Brandschutzwesens in der Stadt Calau.

Fußballerlaufbahn, Feuerwehr, Lokalpolitik, zweifacher Familienvater und der berufliche Alltag des gelernten Tischlers setzen eine tolerante Ehefrau voraus. „Christa war in all den Jahren die verständnisvolle Partnerin, die man sich wünscht“, stellt das Calauer Mehrfach-Urgestein klar. Sogar als Spielerfrau habe sie eine gute Figur gemacht, was der Seniorin ein nüchternes Lächeln entlockt. „Wenn er aufs Spielfeld rannte, war es meine Aufgabe die Uhr, das Portmonee und die Trainingsjacke zu behüten“, erzählt sie.

Getragen wurden die feierlichen Momente des Turniers von zwei weiteren Höhepunkten: Ulrich „Uli“ Pohlack wurde zum „Sportsympathiegewinner des 1. SV Lok Calau“ ernannt und Anja Schwinghoff vom Johanniter-Kinderhaus „Pusteblume“ (Burg) ein Spendenscheck in Höhe von 1635 Euro überreicht. Wie Lok-Präsident Torsten Schreiber informierte, ist diese beträchtliche Summe im Rahmen des Benefiz-Hallencups der Lok-Fußballer am 28. Dezember zusammengetragen worden.