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| 02:32 Uhr

Gruselige Figuren ziehen durch Calau

Fred Jank ist bekannt für seine originellen Kostüm-Einfälle. Schwebte er im zurückliegenden Jahr noch auf einem fliegenden Teppich durch die Straßen, so spazierte der Altnauer am Samstag als Skelett-Drilling durch Calau.
Fred Jank ist bekannt für seine originellen Kostüm-Einfälle. Schwebte er im zurückliegenden Jahr noch auf einem fliegenden Teppich durch die Straßen, so spazierte der Altnauer am Samstag als Skelett-Drilling durch Calau. FOTO: U. Hegewald
Calau. Gruselzeit haben die Karnevalisten vom Calauer Carneval Club (CCC) für diese Saison angekündigt und sie haben Wort gehalten. Bisweilen fürchterliche Gestalten zogen Samstag Angst verbreitend durch die Witze-Stadt – und nächsten Sonntag ist Cottbus dran. Uwe Hegewald

Dämonen, Gespenster und Geister reihten sich in den Karnevalszug, inklusive mobiler Folterkammer, rollendem Gruselwald und einem Friedhof der Kuscheltiere auf Rädern. Bonbons und Konfetti dienten als Munition, um sich den Weg bis zum Rathausplatz freizuschießen.

Nur vor dem Ärztehaus kam es zu einem kurzzeitigem Stopp - und das aus besonderem Grund: In der Ex-Poliklinik jährte sich am Samstag zum 60. Mal der Tag der Einweihung. Das wollte der CCC mit einem Ständchen würdigen.

Fred Jank bewegte sich zwischen zwei Skeletten fort und stellte diese vor: "Meine Geschwister. Wir sind bei der Geburt getrennt worden", erklärte der etwas Glücklichere des Trios mit einem karnevalistischen Augenzwinkern.

An den Händen von Trainerin Caroline Schwartz - die zweite Trainerin Beatrice Doil musste Samstag passen - begleitete das Tanzpaar Johanna Graf (9) und Jonathan Zickert (9) den Zug. "Das macht uns schon ein bisschen stolz, unserer Enkeltochter beim Umzug oder Tanzen auf großem Parkett zuzuschauen", gestand Edeltraud Mlosch. Gemeinsam mit Ehemann Bernd stand sie am Straßenrand, um ihrer Enkelin Johanna zuzuwinken.

Funken, Elferrat, Garden sowie das Prinzenpaar Karolin I. und Tobias I. samt Nachwuchs-Tollitäten Dorothee I. und Till I. sorgten für den entsprechenden Kontrast zu den unheimlichen Figuren. Die werden am kommenden Sonntag, 7. Februar, in Richtung Cottbus aufbrechen, um auch dort arglose Menschen zu erschrecken.

"In diesem Jahr ist dem CCC die Zugnummer 18 zugelost worden", informierte Fred Zickert. Er moderierte das Eintreffen und Finale des Calauer Karnevalsumzuges, dem am gestrigen Sonntag das Zampern folgte. Zickert hatte auch keine Scheu, das grauenvolle Treiben des CCC zu rechtfertigen: "Man muss sich nur das ehemalige Haus der Gewerkschaften anschauen, um zu erfahren, dass es in Calau nicht erst seit dem 11. 11.gruselt", bemerkte er. Es gebe wenig Hoffnung, dass sich für die seit rund zwei Jahrzehnten leer stehende Ruine ein Käufer findet.

Aber der CCC-Moderator konnte auch Angenehmes berichten: So freute er sich gemeinsam mit den Vereinsmitgliedern und Zuschauern auf das Eintreffen von Detlef Schneider. Der stellvertretende Vorsitzende wusste von dem Ärztehaus-Jubiläum und Gratulationsstopp, galt jedoch kurzzeitig als "verschollen". Fred Zickert vermutete, dass sich der Vizechef bei den Medizinern kurz vorgestellt habe und von denen nach der Diagnose "karnevalinfiziert" als nicht therapierbar entlassen wurde.

Andere wollen ihn am Glühweinstand der Familien Pelzer/Kalz gegenüber dem Ärztehaus gesehen haben. "Den Anlaufpunkt betreiben wir inzwischen seit 13 Jahren. Es gab schon Tage, da sind die letzten Faschingsliebhaber erst gegen 20 Uhr nach Hause gegangen", plauderten die vom CCC bemitleideten Annett und Thomas Pelzer aus dem Nähkästchen. Bemitleidet? Wegen eines Ski- und Winterurlaubs in den Alpen kann die Familie nicht an den bevorstehenden Karnevals-Veranstaltungen teilnehmen, für die es bei R&V Schneider, Karl-Marx-Straße 128, noch Restkarten gibt.

Funken-Polonaise vor dem Calauer Ärztehaus. Das Gebäude feierte am Samstag 60-jähriges Bestehen und wurde vom CCC mit einem Zwischenstopp geehrt. Ein Ständchen gab es auch von den Calauer Fanfaren, die den Umzug begleiteten und am Sonntag beim Zug der fröhlichen Leute in Cottbus aufspielen werden.
Funken-Polonaise vor dem Calauer Ärztehaus. Das Gebäude feierte am Samstag 60-jähriges Bestehen und wurde vom CCC mit einem Zwischenstopp geehrt. Ein Ständchen gab es auch von den Calauer Fanfaren, die den Umzug begleiteten und am Sonntag beim Zug der fröhlichen Leute in Cottbus aufspielen werden. FOTO: U. Hegewald