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| 19:34 Uhr

Schweinemastanlage in der Kritik
Grundwasser bei Tornitz durch Gülle aus Schweinemast verseucht

Die Messungen des Betreibers der Tornitzer Anlage, der Bolart Schweineproduktionsanlagen GmbH, weisen besorgniserregende Ergebnisse aus.
Die Messungen des Betreibers der Tornitzer Anlage, der Bolart Schweineproduktionsanlagen GmbH, weisen besorgniserregende Ergebnisse aus. FOTO: LR / Simone Wendler
Tornitz/Potsdam. Die nachgewiesene schwere Belastung des Grundwassers um Brandenburgs größte Schweinemastanlage in Tornitz bei Vetschau ist durch Gülle verursacht. Das hat die Landesregierung jetzt in der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Grüne eingeräumt.

Die Grenzwerte von Nitrat, für Ammonium und für Nitrit werden demnach seit Jahren dauerhaft deutlich überschritten.

Der Betreiber der Anlage, die Bolart Schweineproduktionsanlagen GmbH, ist nach Bundesimmissionsschutzgesetz beauflagt, halbjährlich vier Grundwassermessstellen im An- und Abstrom der Schweinemastanlage zu beproben und die Untersuchungsergebnisse der Wasserbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz vorzulegen. Nachdem viele Jahre die Messwerte nicht erbracht wurden, ist der Anlagenbetreiber seit Juni 2014 verpflichtet, an neun Messstellen die Grundwasseranalyse vorzunehmen.

Demnach wird der Grenzwert von Nitrat dauerhaft um das vier- bis fünffache, der Grenzwert für Ammonium um das 35-fache und auch der Grenzwert für Nitrit immer wieder überschritten.

Bislang wurde stets auf die laufende Auswertung der Daten verwiesen. Nun heißt es in der Antwort von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD), die Auswertung der Grundwassermessungen komme zu dem Ergebnis, „dass erhöhte Konzentrationen von Ammonium, Nitrit und Nitrat auf den Eintrag von Gülle zurückzuführen sind“.

Ganz offenbar sei es nicht möglich, „Tierhaltungen in diesem Ausmaß umweltverträglich zu gestalten“, stellt der umweltpolitische Sprecher Benjamin Raschkedazu fest. Er erwarte ein Bußgeldverfahren gegen den Betreiber sowie eine genaue Untersuchung, wie es zur dieser Verseuchung des Wassers gekommen sei – und wie dies für die Zukunft ausgeschlossen werden solle.

(kw)